Filmen lernen für Anfänger

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Du hast Dir schon mal die Frage gestellt: "Wie lerne ich filmen?". Dann bist Du hier richtig. "FILMEN LERNEN" ist meine siebenteilige Serie für Alle, die sich eine Filmkamera (Camcorder) gekauft haben oder kaufen möchten und dann ihren ersten Film bzw. ihre erste Aufnahmen machen wollen. Es geht darum, wie ich als Anfänger beim Filmen von der Auswahl der richtigen Kamera bis zu einem fertigen sehenswerten Film komme. Die Serie beruht auf meinen eigenen Erfahrungen, die ich hier weitergeben möchte. Also aus der Praxis für die Praxis, es werden nur die notwendigsten filmischen Grundlagen vermittelt und dann viele Tipps für die ersten Gehversuche gegeben, aber durchaus auch Tipps für Filmer, die schon ihren ersten Film hinter sich haben.

Die hier verwendeten Bilder sind (c) Double-J Design unter der Create Common 3.0 Attribution.(http://www.doublejdesign.co.uk)

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Filme machen für Fotografen

Foto und Film haben ja einiges gemeinsam, so auch Fotografen und Filmer. Da fast alle Fotokameras von der kleinen Knipse bis zum großen Vollformat Boliden Filmaufnahmen machen können, möchten viele Fotografen immer öfters auch filmen. Ich meine nicht die professionellen Fotografen, sondern uns ambitionierte Hobbyfotografen, die Lunte gerochen haben und nun auch Filme machen wollen.

Als ambitionierter Hobbyfotograf nehme ich mal an, Du knipst nicht, sondern machst Fotos, überlegst Dir also genau, welche Geschichte ein Foto erzählen soll, welche Wirkung es auf den Betrachter erzielen soll und verstärkst das auch in der Nachbearbeitung.

Beim Film ist es ähnlich. Du überlegst Dir zuerst eine Geschichte, die Du mit einem Film erzählen willst und wie es auf den Zuschauer wirken soll. Auch beim Film macht ein Großteil die Nachbearbeitung aus, ein Teil davon ist der Schnitt.

Was brauche ich also als Fotograf zum Filmen? Hardwaretechnisch gesehen erstmal nichts, denn als Fotograf hast Du ja vermutlich schon eine gute Kamera, die auch filmen kann. Das Stativ, was Du zum Fotografieren benutzen tust, kannst Du erstmal auch zum Filmen hernehmen, denn Schwenks werden nicht das erste sein, was Du unbedingt ausprobieren musst.

Zuallererst brauchst Du eine Geschichte. Die kann am Anfang noch so einfach sein:


  • Der Frühling ist da, was machen die Blumen in meinem Garten?
  • Ich bin am Sonntag in einem Wildpark und möchte Euch davon erzählen
  • Mein Sohn/Tochter spielt gerne mit seinen Legobausteinen. Was macht er damit?
  • Ich gehe durch den Wald spazieren und entdecke viele interessante Dinge
  • Ich mache eine Städtereise und möchte Euch über eine interessante Stadt erzählen


Das sind erstmal sehr einfach klingende Geschichten, müssen aber im Film entsprechend umgesetzt werden.

Später wird es sicher ambitionierter und vielleicht wagst Du Dich auch mal an eine richtige Reportage/Dokumentation oder sogar einen Spielfilm. Hier brauchst Du dann umso mehr eine Geschichte, die Du mit Deinem Film erzählst.

Hier ein Beispiel für einen sehr einfachen Film zu einer einfachen Geschichte:

Natürlich tut man, genauso wie beim Foto auch beim Film vieles ausprobieren, um zu lernen und probiert viele technische Hilfsmittel aus. Aber letztendlich ist das einzige, was wirklich notwendig ist, Deine Fotokamera, die auch filmen kann.

Hast Du schon mal als Fotograf eine Fotostory gemacht? Also nicht einzelne Bilder, sondern mit mehreren Bildern eine Geschichte erzählt? Dann bist Du schon sehr nah daran. Ein Film besteht immer aus mehreren Szenen und jede Szene sollte filmisch aufgelöst werden. Nahaufnahmen und Totalen sollten sich abwechseln, eine Szene besteht immer aus mehreren zusammenhängenden Aufnahmen und nicht aus Einzelbildern.

Fotografen passiert häufig am Anfang ihrer Filmkarriere, dass sie sehr statische Bilder machen. Das ist auch jeden Fall viel besser, als wild herumzuschwenken oder grundlos durch die Gegend zu zoomen. Eine Geschichte lässt sich aber viel lebendiger erzählen, wenn sich auch die Kamera bewegt. Im einfachsten Fall ist es einfach ein Verfolgen der Protagonisten mit der Kamera in der Hand (z.B spielende eigene Kinder), dann ist ein Stativ oft sogar hinderlich und eine Handkamera besser geeignet. Nichts ist langweiliger, als ein Kind mehrere Minuten lang vom Stativ beim Spielen zu filmen. Gerade bei Kindern ist es wichtig, dass Du auf deren Augenhöhe bist und dann wird es mit Stativ schwierig.

Einen Grundsatz gilt immer: Bewegt sich was vor der Kamera, dann kann die Kamera auch unruhiger sein, der Zuschauer merkt es nicht. Bewegt sich nichts vor der Kamera, also z.B. bei Landschaftsaufnahmen, dann sollte die Kamera auch ruhig sein, bzw. sich sehr ruhig bewegen.

Hier ein Beispiel für einen einfachen Film, den ich komplett aus der Hand gedreht habe:

Was ist mit Licht? Als Fotograf benutzt Du häufig Deinen Blitz. Natürlich tut man beim Film auch ausleuchten, das ist allerdings schon die hohe Schule der Filmkunst. Am Anfang kommst Du sicherlich ohne zusätzliches Licht aus. Wenn es nicht anderes geht, dann ist eine LED Lampe ganz hilfreich, denn ein Blitz hilft Dir selten weiter, Du brauchst ja Dauerlicht.

Aber kommen wir zurück zu einer Szene. Ein praktisches Beispiel: Du möchtest bei einer Städtereise filmen. Du nimmst Dir vor einzelne historische Gebäude zu zeigen und damit die Geschichte der Stadt zu erzählen. Nun entdeckst Du ein solches historische Gebäude, was Dich interessiert und was Du filmisch zeigen möchtest. Was machst Du?

Ein „Knipser“ stellt sich davor und macht ein Bild.

Ein Fotograf sucht sich einen interessanten Standpunkt mit Vorder- und Hintergrund, wo das Gebäude zu sehen ist. Er macht mehrere Bilder aus mehreren Perspektiven, vielleicht auch mit einigen Details.

Der Filmer arbeitet ähnlich. Er zeigt vielleicht auch noch zusätzlich den Stadtplan, oder ein Schild, wo der Name des Gebäudes zu sehen ist und macht einige Totalen mit Vorder- und Hintergrund, macht aber auch viele Details vom Gebäude. Berücksichtigt dabei auch Menschen, die hinein- oder hinausgehen. Zusätzliche Herausforderung: Man spricht einen dieser Menschen an und frägt nach dem Gebäude. Natürlich musst Du ihn dann auch fragen, ob Du ihn bei der Antwort filmen darfst. Ist es ein Einheimischer, erzählt die Person Dir möglicherweise interessante Sachen über das Gebäude und schon hast Du eine Geschichte.

Später beim Schnitt musst Du natürlich Details und Totalen abwechseln, am Anfang beginnst Du evtl. mit einer Totalen, dann schneidest Du das Schild rein, was den Namen des Gebäudes verrät und zum Schluss musst Du noch einen interessanten Übergang zum nächsten Gebäude finden. Wichtig dabei ist, Du musst den Zuschauer leiten und die Geschichte für ihn filmisch interessant erzählen. Später beim Schnitt ist es wichtig den Leitsatz „Kill your darling“ zu berücksichtigen. Ist eine Aufnahme noch so gut, passt aber nicht in die Geschichte oder den Gesamtablauf hinein, dann sollte man sie auch nicht rein nehmen.

Unwichtige, nichtssagende Aufnahmen solltest Du ebenfalls weglassen, jede Aufnahme im Film sollte die Geschichte vorwärtstragen und etwas Neues erzählen.

Dann kann es natürlich passieren, dass das Wetter recht wechselhaft ist. Entweder Du wartest, bis die Bedingungen so sind, wie Du sie haben willst, oder Du musst später beim Schnitt die Wetterbedingungen auch noch berücksichtigen und evtl. auch etwas Farbanpassungen machen.

Hier ein schon etwas mehr ambitionierter Film über den 3. Oktober in München:

Du siehst, eine Szene ist nicht einfach eine Aufnahme, sondern eine Abfolge von Aufnahmen, mit denen Du die Geschichte möglichst interessant erzählst. Aus mehreren solchen Szenen, die entsprechend thematisch in die Geschichte passen, besteht dann der gesamte Film.

Ein Film sollte dann natürlich auch noch einen Anfang und ein Ende haben. Du solltest dem Film auch einen Titel geben und am Ende noch hinschreiben, wessen Idee es war, wer gefilmt hat und wer geschnitten hat. Untermalung mit Musik ist dann natürlich noch eine andere Geschichte, da will ich hier nicht auf Einzelheiten eingehen.

Du siehst also, einen Film zu machen, ist gar nicht so schwierig, wenn man einige grundlegende Sachen berücksichtigt, viele davon sind einem Fotografen ja nicht neu.

Und schließlich ein Beispiel für einen schon recht ambitionierten Spielfilm von 2014, die ich mit einem Clubfreund gemacht habe:

5 Tipps für Filmer und die es gerne werden wollen


Aus Fehlern kann man nur lernen heißt es immer wieder und es trifft auch immer wieder zu. Manche Fehler mache ich immer wieder, manche stelle ich im Lauf der Zeit durch Erfahrung ein. Bevor Du aber auf den Auslöseknopf einer Videokamera drückst, solltest Du in Gedanken immer wieder ein paar Punkte durchgehen, ob Du sie richtig gemacht hast. Auch erfahrenen Filmern passieren aber immer wieder Fehler. An dieser Stelle möchte ich Dir die zehn häufigsten Fehler vor Augen führen, die auch ich immer wieder mache und natürlich auch die Tipps dazu, wie Du sie vermeiden kannst. Manche der Fehler kannst Du nachträglich am Computer korrigieren, manche aber eben nicht.

1.      Lerne Deine Kamera kennen

Der erste Tipp ist auch gleich der Wichtigste. Es hilft nichts, die teuerste oder beste Kamera zu haben, wenn ich sie nicht beherrsche. Die wichtigsten Einstellungen seiner Kamera sollte man im Schlaf kennen:

Wie schalte ich den Focus auf manuell?

Wie korrigiere ich den Weissabgleich?

Wie kann ich die Belichtung korrigieren?

Bevor Du mit der ersten Aufnahme des Tages beginnst, solltest Du auch die wichtigen Kameraeinstellungen prüfen:

Ist die richtige Qualitätsstufe eingestellt? (SD, HD, 4K mit X Mbit, Format MP4, AVCHD, XAVC usw.)

Nichts ist ja schlimmer, wenn man die falsche Stufe eingestellt hat und am Ende des Tages merkt, dass man alles in SD Qualität statt 4K aufgenommen hat.

Sind sämtliche Effekte ausgeschaltet?

Nichts ist ja schlimmer, wenn man Effekte wie Schwarz/Weiss oder Sepia oder ähnliche eingeschaltet lässt und sie nur für eine bestimmte Aufnahme braucht.

Sind alle Automatikmodi eingeschaltet?

Ich gehe grundsätzlich so vor, dass ich meine Kamera am Anfang komplett auf Automatik stelle, um gerade in Reportage-Situationen dafür gerüstet zu sein, sofort auf den Auslöseknopf zu drücken. Erst wenn es die Aufnahme erfordert, schalte ich die Funktionen auf manuell, die ich gerade brauche und schalte sie danach wieder zurück auf Automatik, um wieder für unvorhergesehene Situationen gewappnet zu sein.

2.      Schiefen Horizont beseitigen

Wenn bei Deiner nächsten Filmvorführung jemand die Bemerkung macht, dass das Meer ausläuft oder sogar an einem Bildrand einen Wassereimer hinstellt, dann hast Du wohl beim Horizont nicht aufgepasst. Auch wenn heute die Nachbearbeitungsprogramme einen Layouteditor anbieten, mit dem Du das noch gerade rücken kannst, es ist besser es gleich richtig zu machen. Auf einer Aufnahme, wo der Horizont zu sehen ist, muss dieser gerade sein, davon gibt es keinerlei Ausnahmen, egal ob Foto oder Film. Viele Kameras bieten heute an, einen Horizont einzublenden, diese Automatiken kannst Du gerne nutzen. Auch die Bilddrittelteilung, die Kameras anbieten, macht viel Sinn, denn auch das bewahrt Dich vor einem schiefen Horizont oder falschen Bildaufteilung.

3.      Scharfeinstellung prüfen

Autofocus ist toll und befreit mich in vielen Situationen um eine mühevolle Scharfeinstellung. In bestimmten Situationen jedoch, reagiert jeder Autofocus falsch und muss manuell korrigiert werden. Eine typische Situation ist eine Person vor einer Wand, die klare Strukturen aufweist. Du kannst Dir sicher sein, dass die Kamera auf die Wand scharfstellt und nicht auf die Person bzw. deren Gesicht. Also musst Du auf solche Situationen gefasst sein, den Autofocus hier ausschalten und auf das Gesicht manuell scharfstellen. Diesen Fehler sieht man übrigens auch bei Fernsehinterviews sehr häufig. In diesen Fällen ist oft ein Camcorder mit kleinem Chip hilfreich, wo alles in der Schärfeebene bleibt oder mit Weitwinkel arbeiten, was eigentlich bei Porträtaufnahmen nicht gerade gute Bildausschnitte produziert.

4.      Richtigen Bildausschnitt wählen

Den schiefen Horizont habe ich schon genannt, aber es gibt auch noch das „Rule Of Thirds“, also die Drittelteilung eines Bildausschnittes. Natürlich bestätigen die Ausnahmen die Regel, allerdings wirkt eine Horizontaufteilung im oberen bzw. unteren Drittel für das menschliche Auge einfach symmetrischer und damit besser, als eine Teilung genau in der Mitte. Genauso ist es bei einer Person im Bild. Der Zuschauer will wissen, ob sie in das Bild hineinblickt, also in der linken Drittelteilung ist und nach rechts blickt oder umgekehrt oder ob diese Person aus dem Bild wo anders hinblickt. Es muss halt für den Zuschauer plausibel sein, dann ist der Bildausschnitt auch richtig. Genauso verhält es sich mit der Bewegung im Bild. Eine Person oder ein Verkehrsmittel von links nach rechts deutet darauf hin, dass es irgendwo hinfährt, umgekehrt, dass es zurückfährt bzw. zurückgeht. Achtet bei Spielfilmen drauf: Soll es spannend werden, dann fängt es oft an zu regnen, begibt sich jemand auf die Reise, dann fährt die Person oft mit einem Schiff oder Bahn von links nach rechts.

5.      Blende und Weißabgleich prüfen

Im Normalfall werden die Blendenautomatik und der automatische Weißabgleich für ein ausgeglichenes Bild sorgen. Es gibt aber Situationen, wo man manuell eingreifen muss: z.B. um den Sonnenuntergang zu verstärken, oder dunkle Gesichter vor hellem Hintergrund auszugleichen oder die von der Kamera falsch ermittelte Farbtemperatur von Fluoreszenzlampen zu berichtigen. Das sind Situationen, die man in der Nachbearbeitung nur in gewissen Grenzen berichtigen kann. Ein schwarzes Gesicht ohne Struktur bleibt schwarz oder wird höchstens grau. Eine weiße Wand bleibt weiß, eine zu helle Struktur der Wand kann man nicht mehr richtig ins Bild setzen.


Natürlich könnte ich diese Tipps weiter fortsetzen und mehr ins Detail gehen, ich wollte Dir hier aber nur die wichtigsten Punkte aufzeigen, wenn Du diese beachtest, bekommst Du in Zukunft viel bessere und damit zufriedenstellende Ergebnisse. Manche dieser Punkte gehen in Erfahrungswerte über und ich kümmere mich nicht mehr weiter darum, weil ich es automatisch richtig mache, andere muss ich mir vor der Aufnahme auch wieder in Erinnerung rufen, weil ich die nicht so häufig brauche und damit gerne wieder vergesse.

Filmen für Anfänger - 6. Vertonung

 

diagram-25Du hast nun den Grobschnitt und vielleicht auch einen großen Teil des Feinschnitts hinter Dir und möchtest Deinen Film nun endlich Fertigstellen. Dazu fehlen Dir noch der Kommentar, evtl. weitere Geräusche und die Musik, die Du unterlegen willst. Auch hier hängen diese Schritte nicht vom jeweils gewählten Schnittprogramm ab, denn eine Vertonung sollte von jedem Schnittprogramm unterstützt werden. Meistens hat man 2 oder mehr Tonspuren zur Verfügung, 3 sind eigentlich Minimum und je nach Musiküberblendung können auch 4 Spuren hilfreich sein.

Kommentar

Also legen wir los. Als Erstes solltest Du Dir überlegen, ob Dein Film einen Kommentar braucht. Kommentar heißt für mich, ich möchte die Bilder zusätzlich ergänzend kommentieren, also dem Zuschauer weitere Einblicke auf der Sprachspur geben. Ein Kommentar sollte nicht das Gezeigte wiedergeben, sondern um weitere Informationen ergänzen. Sieht man also Dich am Strand, dann ist es sinnlos das Gezeigte mit „Ich bin am Strand" zu kommentieren. Wenn dann sollte die Information im Kommentar schon gehaltvoller sein, also z.B. wo Du am Strand bist und warum Du dort bist, wenn Du das, was natürlich besser ist, nicht im Bild gezeigt hast. Auch ein Kommentar wie: „Das Land hat 40.234.871 Einwohner" ist wenig sinnvoll, da sich das kein Zuschauer merken kann. Besser ist: „Das Land hat die Hälfte der Einwohner von Deutschland", denn darunter kann man mehr vorstellen und das auch länger behalten.

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Ein Kommentar sollte so aufgebaut sein, dass er ergänzende Informationen zum Bild bringt und leicht verständlich bzw. nachvollziehbar ist.

Solltest Du Dich also entschlossen haben, dass Du Deinen ersten Film kommentieren willst, dann will ich Dir hier ein paar Tipps dazu geben. Falls nicht, dann lese einfach unten bei der Geräuschkulisse und Musikuntermalung weiter.

Bei Deinen ersten Schritten zum fertigen Film, sollte beim Kommentar genügen, dass Du ihn selber sprichst, vor allen Dingen dann, wenn er persönlich wirken soll und zeigst den Film ja zuerst Bekannten, die Dich kennen. Jetzt sagen viele, meine Stimme ist ungeeignet. Das stimmt aber gar nicht, jede Stimme ist geeignet, wenn Du Dich anstrengst, dann auch Deine und außerdem kann man mit der heutigen Technik auch etwas nachhelfen. Also ran an den Kommentar. Aber halt, zuerst einige Überlegungen vorne weg: Nur wenige Leute können live zum Film sprechen, da bin weder ich noch Du darunter, also musst Du Dir vorher den Kommentar aufschreiben. Da Du am PC vertonen wirst, genügt es elektronisch, ich schreibe meine Kommentare in MS Word und lese sie dann vom Bildschirm ab. Da sind zwei Bildschirme ganz hilfreich, da man am zweiten Schirm das Aufnahmeprogramm steuern kann. Natürlich kannst Du die beiden Fenster auch untereinander legen.

Ein sinnvolle Investition für einen gut klingenden Kommentar ist natürlich ein Mikrofon, am besten noch mit einem Vorverstärker, da die Mikrofonbuchse am PC meistens grottenschlecht ist, außer man hat eine gute Soundkarte eingebaut. Das kostet nicht die Welt und bringt einen sauberen Kommentarton. Für den ersten Film kannst Du natürlich auch notfalls in die Kamera sprechen, dann alles in den PC einspielen und den Kommentar vom Bild trennen. Besser ist aber natürlich ein richtiges Sprechmikrofon. Als Aufnahmeprogramm kann man den „Audiorekorder" von Windows nehmen, es gibt aber auch einige gute Freeware und Shareware Programme dafür, die dann auch viel mehr können.

Jetzt zum Sprechen selber. Bist Du ohne weitere Hilfe auf Dich selber angewiesen, dann musst Du alles selber bedienen, das solltest Du vorher ausprobieren: Aufnahme starten, Text lesen, Aufnahme beenden. Am Anfang wirst Du viele Sätze wiederholen müssen, da Du Dich versprechen wirst. Ist ja kein Beinbruch, ich wiederhole einen Satz oft bis zu zehnmal, bis er mir gefällt oder ich mich nicht verspreche. Räuspern, Versprechen, undeutlich Sprechen usw., das alles bedeutet nochmals Sprechen. Auch ein Satz, der Dir nicht gefällt, bedeutet nochmals, besser jetzt gleich, denn eine Ausbesserung später ist viel aufwändiger. Du solltest Dir alle Sätze so aufschreiben, dass Du sie auch sprechen kannst. Kann man ja schon beim Schreiben probieren. Stellst Du beim Sprechen fest, dass das nicht funktioniert, dann musst Du den Satz umbauen oder anders schreiben. Beim Sprechen solltest Du nicht zu leise sein, alles deutlich aussprechen, nicht zu langsam sprechen und auch möglichst immer den gleichen Abstand zum Mikrofon haben. Am Anfang bist Du noch ungeübt, also solltest Du einzelne Sätze sprechen. Hast Du Dich versprochen, dann stoppst Du entweder das Aufnahmeprogramm und fängst von vorne an oder Du sprichst den Satz direkt nochmal. Ersteres macht jetzt mehr Arbeit, Zweiteres macht später mehr Arbeit, denn Du musst nachträglich die Sätze, die nicht passen, wieder elektronisch löschen. Versuche den Kommentar möglichst lebendig zu sprechen, dem Bild angepasst, so dass es nicht wie abgelesen klingt. Richtige Betonung, Stimme senken oder heben sind wichtig, dass es nicht zu monoton wird. Das wichtigste ist aber: es sollte natürlich klingen, Du solltest Dich beim Sprechen nicht verstellen, das wird Dir später beim Ansehen keiner abnehmen.

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Ein extra Sprechmikrofon, Vorverstärker und ein gutes Aufnahmeprogramm ist für Kommentar empfehlenswert, aber es geht auch mit dem eingebauten Kameramikrofon.

Ist der Kommentar gesprochen, so geht es an die Nachbearbeitung. Sind Kommentarpassagen zu leise, dann musst Du den „Level" nachträglich erhöhen, ich benutze dazu oft die Funktion „maximieren auf 0 Db" für alle gesprochenen Sätze. Ist ein Satz immer noch zu leise, dann regele ich nochmals manuell hoch. Klingt der Kommentar zu dumpf, dann kann man mit der Equalizer-Funktion noch viel verbessern, am besten Du nimmst die Bässe etwas raus und tust dafür mehr Höhen rein. Ich behelfe mir auch oft damit, dass ich die Geschwindigkeit auf 105% erhöhe, klinge oft lebendiger, gerade wenn man eine tiefe Stimme hat und langsam spricht. Mehr geht aber nicht, sonst wird daraus eine Piepsstimme wie bei Donald Duck. Dann solltest Du aber auch noch vorne und hinten soweit jede Stille herauslöschen, bei mir hört man oft am Anfang das Einatmen, das tue ich dann auch weg. Kein Filmer ist ein geborener Kommentarsprecher, aber beachtet man diese Tipps, dann klingt es schon viel besser als vorher gedacht.

Jetzt musst Du den Kommentar im Film positionieren. Ich hoffe, Du hast es vorher ausprobiert, dass das einigermaßen passt, wenn nicht, dann musst Du tricksen anfangen, wie ich das oft auch mache. Notfalls einzelne Wörter, oder ganze Sätze rausschneiden, denn nichts finde ich schlimmer, als dass der Kommentar überhaupt nicht zum Bild passt. Wenn ich die Lebensgeschichte des Elefanten erzähle, dann muss auch er und seine Familie im Bild sein und nicht das Löwenrudel. Bei der Vertonung eines Films ist für mich der Kommentar immer der erste Schritt, da ich dann Geräuschkulisse und Musikuntermalung danach anpasse.

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Die Nachbearbeitung vom Kommentar ist ein weiterer Schritt zum gelungenen Erstlingswerk. Auch den besten Satz lässt man lieber weg, als dass er nicht passt oder sogar Versprecher beinhaltet.

Geräuschkulisse

Jetzt kommt die Geräuschkulisse dran. Damit meine ich nicht nur den Originalton. Wenn dieser natürlich passt, umso besser, dann musst Du evtl. einzelne Passagen nur lauter oder leiser machen. Fährt ein Auto vom Bild raus, so sollte das Geräusch leiser werden oder eben umgekehrt. Ist das nicht der Fall, so musst Du eben anpassen. Film stellt keine Wirklichkeit dar, sondern muss stimmig sein, was die Geräuschkulisse angeht.

Sind zwischen einzelnen Aufnahmen die Originaltöne zu unterschiedlich, dann musst Du möglicherweise etwas nachhelfen. Ein beliebter Trick ist es, das Geräusch von einer Aufnahme über mehrere Aufnahmen zu ziehen, dazu muss natürlich die eine Aufnahme lang genug sein. Sind es wirklich nur Geräuschkulissen, die nicht unbedingt sichtbar sind, dann kann man weiter tricksen und z.B. eine Geräuschkulisse, die gelungen ist, mehrmals verwenden und dazwischen überblenden. Eindeutige Geräusche, die auch zu sehen sind, müssen natürlich passen, evtl. kannst Du sie noch verstärken. Geräusche, die aber nicht zu sehen sind, müssen weg und ersetzt werden. Das beste Beispiel sind dafür immer vorbeifahrende Autos. Sind diese in keinem Bild zu sehen, dann gehört das Geräusch auch nicht rein. Suche Dir am besten dann von Nachbaraufnahmen oder nicht gelungenen Bildern die Geräusche aus, die da besser passen.

Ein weiteres Problem im Film ist die Stille. Es gibt keine Stille im Film. Entweder Du musst Dir ein Geräusch, welches passt, von einer anderen Aufnahme besorgen, oder an dieser Stelle Kommentar oder Musikuntermalung haben. Ist nichts von allem vorhanden, dann hilft eine Geräuschschleife weiter. Dazu halte ich in meinem Fundus an Geräuschen immer ganz typische Geräusche parat, die gibt es auf vielen CDs auch zum Kaufen, oder man geht raus und nimmt sie selber auf. Straßenlärm klingt in allen Städten der Welt ähnlich, also kann ich mir notfalls auch für einen Film über New York den Straßenlärm von München ausleihen (Solange man da niemand Bayerisch reden hört). Manche Geräusche sind aber schon abgegriffen, z.B. das Quaken der Frösche an einem See. Trotzdem solltest Du beim nachträglichen Vertonen typische und passende Geräusche nehmen. Es hilft nichts, wenn ich eine Großaufnahme eines Elefanten habe und dazu das Brüllen des Tigers unterlege. Im Tiergarten beim Aufnehmen kann Dir das natürlich passieren, dass Du gerade den neugeborenen Affen im Gehege filmst und hinter Dir im Käfig brüllt gerade der Löwe. Der Film stellt aber nicht die Wirklichkeit dar und der Zuschauer kennt die Umstände nicht und da Du den Zuschauer nicht erschrecken willst, musst Du die Geräuschkulisse für den Film ändern, das Brüllen wegtun und lieber ein unverfänglicheres Geräusch nehmen. Geräusche verändern oder verstärken die Aussage Deiner Bilder, darüber musst Du Dir im Klaren sein. Möchtest Du dem Zuschauer suggerieren, dass der Löwe das Affenbaby auffrisst, dann kannst Du das gerade beschriebene Geräusch ja drin lassen. Es kommt also immer auf die Situation und die gewünschte Aussage des Bildes zusammen mit dem Geräusch an.

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Nichts ist störender, als ein Geräusch, das man nicht sieht. Geräuschkulissen müssen passen und dafür ist jeder Trick recht. Stille gibt es im Film nicht, wenn also kein Geräusch da ist, muss eines her.

Jetzt ist also die Geräuschkulisse fertig, alle Geräusche sind stimmig und unterstreichen oder ergänzen die Aussage im Bild. Jetzt fehlt noch die Musikuntermalung. Trägt sich der Film ohne Musik, so bist Du jetzt schon fertig und kannst im nächsten Teil weiterlesen.

Musikuntermalung

Musik im Film, darüber sind schon viele Bücher geschrieben worden. Ich will Dir hier aber nur einige einfache Tipps geben, wie man Musik in seinem Film sinnvoll unterbringt, dazu musst Du kein Musiker sein.

Als ersten Schritt musst Du Dir überlegen, an welcher Stelle im Film eine Musikuntermalung benötigt wird. Der wichtigste Grund ist immer, dass ich die Aussage der Bilder durch die Musik verstärken will oder zumindest abrunden will. Wenn ich also das Gefühl habe, ohne Musik wirkt eine bestimmte Passage im Film nicht, dann überlege ich, welche Musik ich nehmen sollte. Vollkommen ungeeignet als Musikuntermalung sind Hits, die jeder kennt und vor allen Dingen gesungene Stücke. Die Stimme eines Sängers oder Sängerin lenkt vom Bild ab, außer natürlich, wenn beide Aussagen stimmen, die Stimme das Bild unterstützt oder Du machst ein Musikvideo. Im Normalfall wirst Du aber als Musikuntermalung ein Instrumentalstück nehmen. Ein Hit egal ob modern oder klassisch, also ein Lied, das jeder oder viele kennen, ist meistens ungeeignet. Warum aber eigentlich? Weil ein Hit meistens ablenkt, unpassend ist oder viel stärker als Dein Bild. Schließlich ist ein Hit ein Hit geworden, weil er vielen Leuten gefallen hat. Deinen Film hat aber noch keiner gesehen, also wird sich jeder Zuschauer auf den ihm schon bekannten Hit konzentrieren und Dein Bild gar nicht mehr wahrnehmen. Ein Beispiel: Die Moldau von Smetana zur Moldau in Prag zu spielen ist ok, aber eigentlich können Deine oder meine Bilder nicht mit der Musik eines Bedrich Smetana mithalten. Viel schlimmer ist es allerdings, wenn Du die Moldau zu Aufnahmen der Isar in München spielst. Wenn Du das verstanden hast, dann wirst Du den Fehler auch nicht machen. Bei Filmmusiken ist es ähnlich. Versuche nicht die Filmmusik zu Hitchcock´s „Vögel" oder die Erkennungsmelodie von James Bond oder die Titelmelodie zu „Titanic" in Deinen Filmen unterzubringen. Das wird nicht klappen. Unbekanntere Filme und ihre Musik sind da schon eher geeignet und können Deinen Film in der Aussage unterstützen. Du kannst natürlich auch zu einem Musiker gehen und ihn darum bitten, für Deinen Film eine Musik zu komponieren. Das Problem aber ist, dass Du entweder einen guten Musiker in Deinem engen Bekanntenkreis haben musst oder viel Geld, Zeit und Geduld mitbringen musst. Es muss ja schließlich nicht nur ein Musiker, sondern auch ein Komponist ist, oder er ist so gut, dass er sogar zum Film improvisieren kann.

Ein kurzer Absatz hier noch zum Thema GEMA. Die GEMA vertritt in Deutschland die Rechter der Musikautoren und das darf man nicht außer Acht lassen. Wenn Du Deinen Film allerdings nur in Deinem engsten Familien- oder Bekanntenkreis zeigen willst, brauchst Du Dir darüber kein Kopfzerbrechen machen. Solltest Du aber vorhaben, Deinen Film öffentlich aufzuführen, dann musst Du Dir die Rechte an jedem Musikstück, dass Du verwendest, bei der GEMA kaufen. Außerdem musst Du für jede öffentliche Aufführung Gebühren an die GEMA abführen. Ausnahme ist der BDFA, denn für die Aufführung hat der BDFA einen Vertrag mit der GEMA abgeschlossen, nicht allerdings für die Rechte. Nun gibt es eine einfache Möglichkeiten, das zu umgehen: Man verwendet GEMA freie Musik, also Musik von Autoren, die nicht von der GEMA vertreten werden. Einfach Suchbegriff googeln, Treffer gibt es genug, allerdings musst Du Dir die Bedingungen immer genau durchlesen. Meistens sind diese CDs oder Downloads für nicht-gewerbliche Nutzung relativ günstig. Es gibt auch Musikportale wie z.B. www.jamendo.com, dort stehen die Musikstücke unter der CC Lizenz, was je nach Art der Lizenz bedeuten kann, dass man sie im nicht-kommerziellen Rahmen gegen Autorennennung ohne Gebühren verwenden darf. Bei kommerzieller Nutzung muss man natürlich zahlen. Es gibt noch mehr solcher Portale und vielfach kommt man direkt auf Musikerseiten und kann sich mit den Musikern in Verbindung setzen.

Hast Du also nun alle passenden Musikstücke zusammen, die Du im Film verwenden möchtest, so musst Du sie nun zum Film passend machen. Mit Überblendungen in Musik arbeite ich selten, klingt meistens nicht gut, man sollte die Musik ausklingen lassen oder unter einem Kommentar wechseln, damit das der Zuhörer gar nicht merkt. Ein Film sollte nicht mitten in einer Musik anfangen, genauso wie ein Musikstück am Ende des Films auch zu Ende sein sollte. Das unterstützt auch nochmals die Aussage, dass der Film nun zu Ende ist. Genauso ist es bei Ab- und Aufblendungen. Ab und zu ist ein Musikstück auch einfach zu lang und dann trickse ich manchmal. Unter einem Kommentar überspringe ich ein Stück der Musik, ohne dass es der Zuhörer merkt, wenn es im Takt geschieht.

Musik hat genauso wie Bilder im Film eine Aussage und Dir muss es gelingen, beides in Einklang zu bringen, was aber oft recht schwer ist. Wenn Du aber, wie schon bei den Geräuschen die wichtigsten Punkte beachtest, dann ist schon viel gewonnen. Zu viel Musik im Film kann aber auch ins Negative gehen, Du musst eigentlich immer die richtige Balance zwischen Kommentar, Geräuschkulisse und Musikuntermalung finden.

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Musikuntermalung ist immer dann sinnvoll, wenn es die Aussage der Bilder unterstreichen oder verstärken soll. Zu viel und zu unterschiedliche Musikuntermalung kann in einer nicht erkennbaren Musiksoße enden und der Aussage des Films abträglich sein.

Einen letzten Tipp zur Vertonung möchte ich an dieser Stelle aber noch loswerden: Die Abmischung zwischen Kommentar, Geräuschkulisse und Musikuntermalung ist wichtig. Meistens wirst Du die Geräusche komplett leiser machen müssen, sonst hört man Kommentarstimme und Musik nicht mehr im richtigen Verhältnis. Wenn Kommentar anliegt, bildet man eine sog. „Wanne", d.h. Musikuntermalung leiser machen, damit man den Kommentar hört. So mache ich das in den meisten Fällen, andere machen die Musikuntermalung grundsätzlich leiser, dann kämpft die Musik aber wieder mit den Geräuschen, die auch nicht zu leise sein dürfen. Also es muss stimmig sein. Hast Du hier Fehler gemacht, so wirst Du Dich anschließend bei jeder Vorführung ärgern und den Ton dauernd verstellen.

Und ein allerletzter Tipp: Probehören sollte man nicht mit den 1 Watt Lautkrächzern am PC. Entweder etwas mehr in die PC Soundanlage stecken, oder an der Musikanlage anschließen, da klingt ein Film dann manchmal ganz anders und man hört auf einmal Stimmen und Geräusche, die über den PC Lautsprecher nicht zu hören waren.

Damit ist der Film nun fertig. Gratulation, Du hast gerade Deinen ersten Film fertiggestellt. Nun folgt noch im letzten Teil die Ausgabe.

Zum Kapitel 7 - Ausgabe

Filmen für Anfänger - 7. Ausgabe

 

iDVDDein Film ist nun im Teil 5 beim Schnitt oder im Teil 6 bei der Vertonung fertig geworden und nun möchtest Du gerne Deinen Film so ausgeben, dass Du ihn auch bei verschiedenen Gelegenheiten vorführen kannst. Als ersten Punkt solltest Du Dir darüber klar werden, wo und wie Du Deinen Film vorführen willst und ob Du den Film Bekannten oder Verwandten geben willst.

Willst Du den Film weitergeben, dann ist natürlich die DVD das beste Medium, denn fast in jedem Haushalt steht heute ein DVD Player und in Deinem Computer ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein DVD Laufwerk.

Willst Du den Film ausschließlich auf YouTube oder ein anderes Videoportal hochladen, dann empfiehlt sich eine andere Codierung. Willst Du den Film nur zu Hause vorführen, dann solltest Du auch die DVD benutzen, oder, falls Dein DVD Player einen USB Eingang hat und Videos vom USB Stick oder Festplatte wiedergeben kann, dann kannst Du auch überlegen, ob Du den Film platzsparend im DivX oder ähnlichen Formaten codierst. Du kannst Dir auch überlegen, ob Du Dir zum Anschauen zuhause nicht einen Media Player zulegst. Beim Deinem ersten Film wird das vom Platz her noch keine große Rolle spielen, aber später ist das natürlich platzsparender. Hast Du Deinen Film in HD, dann solltest Du auf jeden Fall zu einem HD Media Player greifen, der HD Filme wiedergeben kann.

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Wie Du die Filme ausgibst, hängt von Deinem Zielpublikum ab: Weitergabe an Bekannte und Verwandte, Vorführung nur zuhause am Fernseher, Anschauen nur am PC, Hochladen zu Videoplattformen.

Gehen wir mal also zusammen die Möglichkeiten durch:

DVD

Die DVD ist heute nicht nur das Beste, sondern auch das eigentlich einzige Format, um Videos weiterzugeben. Allerdings sind die Filme auf der DVD immer im SD Format, also max. 720x576 mit 50 Halbbildern im PAL Format. Genau diese Einstellung solltest Du auch für die Ausgabe Deines Videos nehmen. Die meisten Schnittprogramme bieten die DVD Ausgabemöglichkeit an. Außerdem solltest Du noch beachten, dass Du eine möglichst hohe Datenrate nimmst, ich nehme immer 8000Kbit für Video, damit Du auch die bestmögliche Qualität bekommst. Mehr macht keinen Sinn, da das kein DVD Laufwerk unterstützt und weniger spart zwar Platz, aber Dein erster Film wird ja kaum so lang sein, dass die ganze DVD gefüllt wäre. Du kannst natürlich mehrere Filme auf eine DVD ausgeben, ich empfehle aber eigentlich immer nur einen, außer alle Filme gehören thematisch zusammen, also sind z.B. auf einer Reise entstanden. Für die DVD Ausgabe kannst Du mit den meisten Programmen auch noch ein Menü erstellen, diese Arbeit würde ich mir aber für meine weiteren Werke aufheben. Genauso wie Untertitel oder mehrere Tonspuren. Diese Optionen habe ich noch nie benutzt und das wird für Dich vermutlich auch gelten. Viel wichtiger ist es, dass der Film hochwertig codiert wird, damit die Filmqualität gut bleibt. Da solltest Du beim ersten Film möglicherweise mehrmals probieren. Du musst ja nicht jedes Mal eine DVD brennen, es gibt bei den Programmen auch die Möglichkeit, die DVD Struktur auf die Festplatte abzulegen und erst später zu brennen.

SD über DVD Player oder Mediaplayer

Wenn Du kein DVD Format benötigst, weil Du Deinen Film niemand weitergeben willst, dann kannst Du zu anderen, platzsparenden Formaten greifen, wie z.B. DivX, XVid, MP4 oder WMV. Die Videos brauchen dadurch nicht so viel Platz und verlieren auch nicht an Qualität. Am besten Du erledigst die Codierung gleich mit Deinem Schnittprogramm. Welche Codierung Du nimmst, hängt auch von Deinem DVD bzw. Media Player ab, schließlich müssen es die wiedergeben können. Oft geht probieren über studieren, Du kodierst einfach und spielst das Ergebnis auf einen USB Stick oder eine externe USB Festplatte und gibst es anschließend auf Deinem DVD oder Mediaplayer wieder. Falls Dein Mediaplayer eine eingebaute Festplatte hat, dann musst Du den Film per USB Kabel anschließend auf Deinen Mediaplayer spielen. Bei der Codierung in die verschiedenen Formate solltest Du auch darauf achten, dass Du eine möglichst hohe Datenrate nimmst. Wichtig ist das, wenn Du den Film dann auf einem hochauflösenden LCD Fernseher anschauen willst. Sollte Dein Film in HD sein, dann verlierst Du hier entscheidende Qualität, da kein DVD Player die HD Ausgabe unterstützt, Du solltest also gleich überlegen, zum nächsten Punkt, einem HD Media Player zu gehen.

HD Media Player

Ein Media Player der hochauflösende Filme wiedergeben kann ist natürlich ideal, wenn Deine Filme hochauflösend sind und sie auch auf einem hochauflösenden LCD Fernseher wiedergegeben werden sollen. Es gibt auf dem Markt inzwischen einige günstige Geräte, die eine sehr gute Qualität haben. Welches Format nun ausgeben? Hier ist es auch DivX, WMV oder direkt AVCHD oder HDV, also so wie das mit Kamera aufgenommen wurde. Du musst jetzt schauen, welche Formate ein Mediaplayer wiedergeben kann und welche Du mit Deinem Schnittprogramm ausgeben kannst. Falls es hier keine Berührungspunkte gibt, dann kannst Du noch ein externes Codierungsprogramm wie den Media Coder nehmen, der kann Dir alles in das richtige Format umcodieren. Auch hier gilt probieren über studieren. Eins würde ich aber nicht tun: Platz sparen. Nimm die höchst mögliche Datenrate die funktioniert, am besten auch die Full HD Auflösung mit 1920x1080 und den bestmöglichen Sound. Alles andere ist am falschen Ende gespart, auch wenn Dein Fernseher heute noch nicht Full HD hat. Dein nächster wird es vermutlich haben und dann musst Du nochmals ausgeben, damit Du die beste Darstellung hast. Die besten Erfahrungen habe ich hier mit dem WMV HD Format gemacht, das wird auch meistens von den Playern und den Schnittprogrammen unterstützt.

Videoportale

Wenn Du Deinen Film nur auf verschiedene Videoportale hochladen willst, dann musst Du bei den Videoportalen erst nachschauen, welche Formate zum Hochladen unterstützt werden. Die meisten Portale unterstützen DivX, MP4, WMV usw. aber die Qualität kann unterschiedlich sein. Ich habe gute Erfahrungen mit WMV gemacht. Hier brauchst Du nicht so hoch zu codieren, mehr als 3-4MBit machen meistens keinen Sinn, da die Videoportale selber nochmals umcodieren und dann mit einer niedrigen Rate. Wichtiger ist, dass Du hier die höchste Qualitätsstufe für das Codieren selber einstellst. Das kann dann schon mal dauern, aber Du codierst ja nur einmal und das soll gut sein. Bevor Du auf Videoportale hochlädst, musst Du Dich natürlich anmelden und auch gut überlegen, wie Du Deine Beschreibung, Stichwörter usw. dazu machst und in welche Kategorie Du das Video reinstellst. Wenn Du gefunden werden willst, musst Du einiges dafür unternehmen, das beschreibe ich aber ein anderes Mal. Willst Du den Film nur für Deine Bekannten und Verwandten hochladen, dann kannst das außer Acht lassen, da Du den immer den direkten Link zu Deinem Video schickst. Wenn das Video keine fremden Leute sehen sollen, dann musst Du auf den Portalen auch die entsprechenden Vorkehrungen treffen. Mit diesen ersten Tipps sollte Dir ein erfolgreiches Hochladen möglich sein.

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Für die Ausgabe zum Anschauen zuhause im Familienkreis am Fernseher eignet sich ein Media Player sehr gut, da er platzsparend ist und hochauflösende Formate wiedergeben kann. Für Videoportale ist WMV gut geeignet.

Schlusswort: Nun sind wir gemeinsam am Ende unseres Kurses und Workshops „Filmen für Anfänger" angekommen. Ich hoffe, ich konnte Dir einiges von meinem Wissen vermitteln und Du gehst an die Filmerei und Nachbearbeitung viel entspannter ran. Drehe mal einfach und denke dabei an meine Tipps, dann kann nichts mehr schiefgehen und Deine Bekannten und Verwandten werden es Dir mit viel Applaus danken. Das Filmen kann mit der Zeit zu einem schönen und vor allen Dingen kreativem Hobby werden. Dank der heutigen Technik brauchen wir uns nicht mehr um die technische Qualität der Aufnahmen kümmern und können viel mehr Arbeit in den eigentlichen Bildaufbau und später die Nachbearbeitung stecken. Dann auf, mache Deinen ersten Film.

Filmen für Anfänger - 5. Schnitt

 

0_thumbnailDu hast nun die Materialsichtung hinter Dir und alle Szenen sauber in verschiedene Ordner eingeteilt. Diese Einteilung ist ziemlich unabhängig vom jeweils gewählten Schnittprogramm, denn die Order sollten von jedem Schnittprogramm unterstützt werden.

Nun heisst es einzelne Szene anzupassen und zu kürzen, also mit einem sogenannten Rohschnitt anzufangen. Im vorigen Teil hast Du zwar schon alle nicht brauchbaren Aufnahmen aussortiert, aber jetzt hast Du noch alle guten Aufnahmen in der original aufgenommenen Länge drin. Da sind also Szenen noch drin, die zu lang sind, deren Anfang oder Ende nicht gut ist, weil Du z.B. die Kamera schon nach unten gezogen hast aber diese noch auf Aufnahme stand. Allgemein kann man zu Szenenkürzungen sagen, alle Szenen, die einen Ablauf zeigen, sollten so gekürzt werden, dass sie beim Beginn eines bestimmten Ablaufs beginnen und am Ende des Ablaufs aufhören, alles Überflüssige davor und dahinter kann weg. Ebenfalls sollte alle Aufnahmen gekürzt werden, deren Anfang oder Ende nicht „gut" ist. Handelt es sich um Schwenks, so sollten auch überflüssige Teile weggeschnitten werden, aber auf jeden Fall den Schwenk von Anfang bis Ende noch erhalten. Bei Totalen sollte man maximale Längen von 5 bis 8 Sekunden wählen, eher kürzer, sonst wird es schnell langweilig. Ausser es kommt ein Kommentar rein, der die Szene erklärt, dann kann sie auch länger stehen bleiben. Nahaufnahmen jeder Art sollten nicht länger als 4 Sekunden sein, ausser es passiert ein Ablauf, dann lässt man den Ablauf stehen.

Wie mache ich das alles aber im Schnittprogramm? Nun ganz einfach. Jedes Schnittsprogramm erlaubt es einen Szenenanfang („In") und ein Szenenende zu bestimmen („Out"). Also holst Du Dir Szene für Szene diese in ein Vorschaufenster und kürzst entsprechend. Beim digitalen Schnitt hast Du ja den Vorteil, dass Du nicht wirklich und real schneidest, wie beim analogen Film, Du hast also später jederzeit noch die Möglichkeit, auch Szenen, falls notwendig, wieder zu verlängern.

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Der erste Teil des Rohschnitts besteht aus dem Kürzen aller verwendbaren Szenen auf eine Länge, die voraussichtlich im späteren Film auch verwendet werden kann.

Nun sind also alle Szenen entsprechend gekürzt und angepasst. Im nächsten Schritt machst Du einen Rohschnitt. Rohschnitt bedeutet, dass alle Szenen, die Du verwenden möchstest hintereinander in einem Szeneneditor oder in der Timeline abgelegt werden. Natürlich kannst (oder musst sogar) einzelne Szenen später nochmals umstellen, aber die Geschichte steht dann ja und Du machst es, um Deine Geschichte noch zu verbessern.

Nun hast Du Dir ja beim Filmen ja schon bereits einen Ablauf oder eine Geschichte vorgestellt, Du musst sie jetzt nur noch umsetzen, indem Du alle Szenen in der für Dich richtigen Reihenfolge zusammensetzt. Dabei solltest Du natürlich filmische Gesichtspunkte nicht ausser Acht lassen. Heisst also, Achsensprünge zu vermeiden, oder zumindest durch Zwischenaufnahmen (die Du hoffentlich gemacht hast) filmisch zu begründen. Wenn es sich um einen Ablaufvorgang handelt, dann solltest Du natürlich auch auf die Kontinuität (engl. „Continuity") achten, der Ablauf sollte also logisch und nachvollziehbar sein.

Beispiel: Eine Person nimmt ein volles Glas Wasser, trinkt, sagt etwas, trinkt wieder und legt dann das leere Glas Wasser weg. Die Person sollte also kein leeres Glas nehmen und dann ein volles weglegen und auch dazwischen sollte das Glas Wasser nicht voller, sondern leerer werden. Voraussetzung ist natürlich, dass man das auch schon richtig gefilmt hat. Schaffst Du das nicht, eine für den Zuschauer nachvollziehbare Reihenfolge zu schaffen, dann solltest Dir überlegen, ob Du eine solche Szene nicht weglässt. Beim professionellen Kinofilm redet man von Anschlussfehlern (eben „Continuity"). Das passiert den besten Regisseuren und bei den teuersten Filmen und man findet im Internet dafür genug Beispiele.

Beispiel aus „Casino Royal": James Bond steigt in sein Auto, öffnet das große Kuvert und lässt die Autotür offen. In der nächsten Szene holt er die Pistole aus dem Handschuhfach, lädt sie durch und dabei sieht man eine geschlossene Autotür. Dann steigt er wieder aus dem Auto aus und braucht die Tür nicht zu öffnen, da sie schon wieder offen ist.

Ich hoffe, das Beispiel zeigt deutlich, dass man beim Schneiden schon während des Filmens auf die Anschlüsse achten sollte. Ist es passiert, so muss man nur noch entscheiden, ob das so wichtig ist, dass man die Szene trotzdem verwendet oder dann doch weglässt.

Beim Zusammenstellen der Aufnahmen zu Szenen solltest Du Dir auch schon überlegt haben, ob da ein Kommentar, also eine Erklärung bzw. Beschreibung der Szene reinkommt. In diesem Fall kannst Du ja schon den Kommentar in etwa vorsagen, damit bekommst Du ein gutes Gefühl, ob die zusammengestellte Szene für den Kommentar evtl. zu kurz ist.

Wie ist es mit den Geräuschen? Kann ich die lassen, oder müssen die ersetzt werden? Soll da Musik rein? Auch diese Fragen solltest Du Dir beim Rohschnitt stellen, weil Du da zumindest schon Vorbereitungen für die spätere Vertonung machen kannst. Ist der Originalton zur Aufnahme zu schlecht, dann suche Dir schon mal aus benachbarten Aufnahmen ein Originalton, der besser verwendbar ist und auch passt. Du findest oft besseren Originalton auch in aussortierten Aufnahmen, die zwar vom Bild schlecht sind oder nicht passen, aber vom Ton. Denke daran, ein Film besteht nicht nur aus dem Bild, sondern zu einem großen Teil auch aus dem unterlegten Ton, egal ob das Hintergrundgeräusche, Kommentar oder Musik ist.

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Der zweite Teil des Rohschnitts besteht aus dem Zusammenstellen der einzelnen Aufnahmen zu einem Ablauf einer Szene, bzw. zu einer Geschichte. Auch Nah- und Zwischenaufnahmen sollten schon in der richtigen Reihenfolge sein. Dabei solltest Du auch schon grundsätzlich auf den Ton achten.

Den Rohschnitt hast Du nun also fertig. In nächsten Schritt willst Du feintunen, also den Feinschnitt machen. Das ist oft an dieser Stelle noch gar nicht möglich, weil Du den Kommentar noch nicht hast oder auch noch nicht die Musik, die Du verwenden möchtest, ausgesucht hast. Oft kann man den letzten Feinschliff beim Bild erst danach machen. Macht aber nichts, die Punkte, die Du hier erfährst, kann natürlich auch später nochmals anwenden, der Feinschnitt besteht oft aus zwei Phasen.

Zwischenspiel: Titel

Du hast vor dem Feinschnitt noch was zu erledigen. Auch der kleinste Film und auch Dein erster Film sollten einen Titel haben, am Anfang und am Ende des Films. Am Anfang solltest Du hinschreiben, wie Dein Film heißt und wer ihn gemacht hat und wer alles mitgeholfen hat. Also erst einen Titel suchen. Bei Anfängern sind Titel wie „Impressionen...", „Rund um...", „Spaziergang durch" usw. recht beliebt. Die sind nicht schlecht, ich verwende sie manchmal noch heute. Wenn Du etwas kreativer sein willst, dann suche Dir einen Titel aus, welcher den Film und das was im Film passiert, gut beschreibt. Jeder einfacher, einprägsamer und genauer der Titel, desto mehr werden sich die Zuschauer später an Deinen Film erinnern. Ein Titel ist die Visitenkarte Deines Films. Sie sollte also sauber gestaltet sein in einer für den Film passenden Schriftart und möglichst alles Wichtige über den Film aussagen. Den kompletten Titel schreibst Du sinnvoller Weise in einer einzigen Schriftart. Entweder auf schwarzen oder farbigen Hintergrund oder über ein „stilles", also stehendes Bild. Dann sollte aber im Bild für den Titel noch Platz sein, also möglichst kein Bild mit viel Detailreichtum. Am Ende des Films schreibst Du entweder nur nochmals zur Erinnerung, von wem der Film ist oder einfach ein © Zeichen mit Jahr und Namen. Jahr ist wichtig, denn das dient mir später als Erinnerungsstütze, wann ich den Film gemacht habe. Bei kleinen Filmen oder bei Kurzfilmen meinen die Zuschauer manchmal, dass der Abspann mit allen Beteiligten zu lang ist. Trotzdem, Du solltest ihn so kurz wie möglich machen aber niemand vergessen. Wenn die Oma Dir während des Filmens Brötchen gebracht hat, dann solltest Du sie im Film erwähnen, schließlich hat sie unbewusst das „Catering" übernommen und sie wird sich riesig freuen, wenn sie erwähnt ist. Ein Freund, der drei Stunden beim Filmen die Lampe gehalten hat, wird ziemlich enttäuscht sein, wenn er im Abspann nicht steht und schließlich willst Du ihn bei der nächsten Produktion auch wieder dabei haben. Du siehst, man darf niemand vergessen, dass ist so, wie wenn Du zu Deiner Hochzeit einen wichtigen Verwandten vergisst einzuladen, das wirst Du noch Dein ganzes Leben lang hören. Genug zum Titel, Hauptsache Du hast einen passenden gefunden und am Filmanfang eingeblendet.

Im Feinschnitt bestimmst Du als erstes die Schnitte. Die einzelnen Aufnahmen sind ja schon in der richtigen Reihenfolge, aber die Übergänge zwischen einzelnen Aufnahmen und auch zwischen den verschiedenen Szenen müssen noch weiter getunt werden. Ein Übergang ist in den allermeisten Fällen ein harter Schnitt von einer Aufnahme zur Nächsten. Die Schnittprogrammhersteller liefern zwar oft tausende verschiedene Übergänge mit, die meisten davon sind aber kaum für einen Film geeignet, denn ein Film wird nicht besser, wenn man einen tollen Übergang einbaut. Wenn Geschichte und Ablauf der Aufnahmen stimmen, wird man kaum einen Effekt benötigen, denn der harte Schnitt zwischen zwei Aufnahmen ist fast immer der beste Effekt.

Beispiel: Das beste Beispiel der gesamten Filmgeschichte ist für mich immer noch der harte Schnitt im Film „2001" von Stanley Kubrick. Er überbrückt damit Millionen von Jahren, indem er von den Affen zum Raumschiff schneidet. Keine Überblendung, nichts, harter Schnitt.

Ausnahmen meiner Regel für den harten Schnitt gibt es natürlich. Ein neuer Tag kann genauso mit einer Aufblendung anfangen, wie ein Tag mit einer Abblendung zu Ende gehen kann. Das gilt natürlich auch für den Filmanfang und das Filmende, hier kannst Du diese Art von Effekten immer verwenden. Ein weiterer Effekt, den man noch verwenden kann, ist die Überblendung und zwar ganz einfach ohne jeden Schnickschnack Effekt. Einsetzen kannst die Überblendung immer dann, wenn Du im Film Realzeit vergeht, also zwischen den Aufnahmen Stunden, Tag oder auch Jahre vergehen und Du das filmisch verdeutlichen willst. Ein Ortswechsel ist seltener für Überblendungen geeignet und einen Ablauf am gleichen Ort und zur gleichen Zeit solltest Du nicht durch eine Überblendung zunichte machen.

Etwas Anderes sind natürlich Effekte im Sinne von „Special Effects", die wirst Du in Deinem Film aber sicher etwas seltener haben. Einfache Effekte sind z.B. eine Landkarte, wo man seine Reise dokumentiert und möglicherweise auch mit Realaufnahmen überblendet. Efefkte können aber auch Aufhellung oder Richtigstellung der Farben sein, das gehört aber schon eher in die Fortgeschrittenenecke, darauf gehe ich hier nicht näher ein.

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Der Titel ist die Visitenkarte zu Deinem Film. Sie sollte also sauber gestaltet sein in einer für den Film passenden Schriftart und möglichst alles Wichtige über den Film aussagen. Feinschnitt besteht oft aus zwei Phasen, der vor der Vertonung und der nach der Vertonung. In beiden Phasen gelten aber die gleichen Regeln.

Die erste Phase des Feinschnitts ist jetzt fertig und falls Dein Film keinen Kommentar und keine Musik hat, dann hast Du schon jetzt den fertigen Film von Dir. Die Ausgabe des Films beschreibe ich in einem weiteren Teil meiner Serie „Filmen für Anfänger".

Zum Kapitel 6 - Vertonung