Martins FilmemacherblogDies ist mein Filmemacherblog für Kurzfilminteressierten, Amateurfilmer, Hobbyfilmer, Freizeitfilmer oder die es werden wollen. In diesem Film Blog findest Du u.a. meine Serie "Filmen für Anfänger" (Wie lerne ich filmen?) und viele weitere Beiträge zum Thema Filmhardware (Welche Videokamera soll ich kaufen?), Filmbearbeitung (Was ist das ideale Videobarbeitungsprogramm für mich?), Filmtechnik, Filmfestivals, Beiträge über Kurzfilme und Kinofilme und weitere allgemeine Themen, auch zum Thema Internet und Suchmaschinen allgemein.

Was Du nirgendwo auf meinem Filmemacherblog findest: irgendwelche lustigen Filmchen, wie sie unter der Angabe "Amateurfilm" des öfteren im Fernsehen zu sehen sind, denn das hat mit Amateurfilm rein gar nichts zu tun. Ebenfalls falsch am Platz bist Du, wenn Du unter Amateurfilm irgendwelche hausgemachten Pornofilme erwartest, die mit Amateuren gedreht wurden. Auch das hat mit Amateurfilm rein gar nichts zu tun.

Was Du allerdings hier im Filmemacherblog erwarten darfst, das sind anspruchsvolle Filme und auch Beiträge zu anspruchsvollen Filmen, denn ich bin nicht nur Hobbyfilmer, sondern auch ein Filmfreak und schaue natürlich gerne Filme an, ob im Kino oder zuhause am großen Bildschirm, oder Kurzfilm oder Langfilm.

Ach ja, ich bin Mitglied in unserem lokalen Film- und Videoclub Landshut VHS. Wir sind Teil des BDFA (Bundesverband Deutscher Film-Autoren) und organisiert in der UNICA dem größten Amateur-Filmverband der Welt.

Filmen für Anfänger - 2. Selbsteinschätzung

 

diagram-08Warum kaufen die meisten Menschen eine Videokamera? Es gibt Hauptgründe, die ich immer wieder als Antwort höre. Wenn ich jetzt jemand bei den ersten Gehversuchen beraten will, dann muss ich mehr als diese eine Frage stellen. Leider verschwinden die meisten Videokameras nach den ersten Gehversuchen wieder in der Kiste oder werden dann bei Ebay verhökert, weil Mann/Frau nicht verstanden hat, dass eben kein Meister vom Himmel gefallen ist und dass auch Videofilmen erlernt werden muss, um zufriedenstellende Ergebnisse zu bekommen. Das sagt aber beim Kamerakauf kaum ein Verkäufer, er/sie ist ja schließlich nur am Verkauf und nicht an den Ergebnissen interessiert. Also muss man selber tätig werden. Auch hier ist ein Videoclub immer ein guter Anlaufpunkt. Ein Verzeichnis aller deutschen Clubs findet man auf: www.bdfa.de. Ebenfalls lohnt der Blick ins VHS Verzeichnis, in einigen Volkshochschulen werden immer wieder Videokurse angeboten.

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Bisher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, auch Videofilmen muss man erlernen.

An dieser Stelle könnt ihr Euch diese Fragen auch mal stellen, um für sich eine erste Klassifizierung herauszufinden, wie die ersten Gehversuche aussehen sollten. Dabei setze ich natürlich immer voraus, dass ihr zum ersten Mal eine Videokamera kauft und keinerlei Vorkenntnisse zum Thema Filmen habt.

Hier meine Fragen, danach eine genauere Selbsteinschätzung und die möglichen Schlussfolgerungen für die ersten Gehversuche.

Meine erste Frage: „Warum willst Du Dir eine Videokamera kaufen?"

  • Ich möchte meine Kinder für das Familienalbum aufnehmen
  • Wie machen eine Reise und ich möchte meine Reiseerinnerungen festhalten
  • Mein Sohn / Meine Tochter heiraten, ich möchte das festhalten
  • Meine Oma hat Geburtstag und ich soll das auf Video festhalten

Meine zweite Frage: „Das geht doch aber auch mit Fotos?" wird meistens so beantwortet:

  • Ja, aber ich möchte aber lebendige und bewegte Erinnerungen festhalten
  • Die ersten Gehversuche meines Kindes muss man auf Video festhalten, auf Fotos sieht man das nicht

Vom Hochzeitsfilm als ersten Gehversuch würde ich erstmal abraten, ausser man übt schon vorher sehr ausführlich, sonst wird Sohn/Tochter kein Gefallen daran finden. Es gibt genug Filmer, die die entsprechende Erfahrung für Hochzeitsfilme haben und das ist gar nicht so teuer, wie man allgemein annimmt.

Beim Familienalbum mit Kinder- oder Oma-Geburtstag sage ich immer „ja", aber bitte vorher üben, denn es soll ja auch eine Erinnerung werden, die sich die Gefilmten auch später gerne anschauen. Bei Reiseerinnerungen sage ich natürlich auch ja, aber auch hier sollte man vorher „trocken" üben, sonst wird man später keine Freude beim Anschauen der Reiseerinnerungen haben.

Meine dritte Frage: „Hast du schon mal fotografiert?" wird inzwischen fast immer mit „Ja" beantwortet, deshalb muss ich noch einige Zusatzfragen stellen, um beurteilen zu können, wo man bei den ersten Gehversuchen mit der Videokamera ansetzen könnte. Keine befriedigende Antwort ist für mich, wenn mir jemand groß und breit erzählt, was er/sie denn für eine tolle und teuere Kamera haben. Meistens lasse ich mir dann mal ein paar Fotos zeigen.

Sehe ich Fotos, wo man 90% Himmel sieht und die Landschaft nur als Silhouette, dann kann es ein künstlerisches Foto sein, meistens aber dann doch die Unkenntnis über den Bildaufbau. Sehe ich Fotos, wo Köpfe abgeschnitten sind, oder die Zusatzinformation bekomme: „rechts wäre meine Frau gewesen, die habe ich aber nicht draufgebracht", so werden die ersten Gehversuche in Richtung eines richtigen Bildausschnitts gehen. Sehe ich 100 Fotos von der letzten Geburtstagsfeier, kann aber keine Person richtig erkennen, dann sollten die ersten Gehversuche in Richtung „Wie mache ich eine Nahaufnahme" gehen. Sehe ich jedoch fotografisch anspruchsvolle Fotos, so werden meine ersten Gehversuche eher in Richtung „Verwendung von Zoom und Schwenk" gehen, möglicherweise aber auch „Bewegung der Kamera oder des Objekts". Sehe ich richtig gute Reisefotos mit vielen Details und suggerierter Bewegung, die zwar am gleichen Ort, aber ohne jeglichen Bezug gemacht wurden, dann werde ich möglicherweise mit dem Thema „Geschichten erzählen mittels Film" anfangen.

Meine vierte Frage: „Kannst Du gut Geschichten erzählen bzw. aufschreiben?" wird nur selten mit ja beantwortet, dabei ist es auch eine gute Voraussetzung, um mit dem Lernerfolg beim Filmen schneller voranzukommen.

Damit sind wir schon beim schwierigsten Teil für die ersten Gehversuche. Eine gute Voraussetzung für die ersten Gehversuche ist auch, dass man sich Spielfilme im Kino bzw. Reportagen und Dokumentationen im Fernsehen auch mal unter filmischen Aspekten anschaut.

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Vorkenntnisse aus der Fotografie sind sehr hilfreich, aber Filmen ist trotzdem ganz anders und muss neu erlernt werden. Genauso ist es auch hilfreich, wenn man Geschichten erzählen kann bzw. sich für Film an sich interessiert.

Da natürlich diese 5 Fragen nicht ausreichen, bzw. gewichtet werden sollten, habe ich eine Hilfstabelle mit Punkten zur Selbsteinschätzung entworfen. Daraus kannst Du zumindest ansatzweise feststellen, woraus die ersten Gehversuche bestehen sollten und wo Du je nach Vorkenntnis anfangen solltest.

Mache das bitte ehrlich und vergebe die Punkte nach Deiner wirklichen Einschätzung. Es sind jeweils maximale Werte, für jede Zeile kann man sich also 0 - Maximale Punkte geben.

Du kannst das ganz einfach anhand der zwei Tabellen unten machen oder aber auch zu meinem Fragebogen gehen und den online ausfüllen.

Hier geht es zum Fragebogen

Selbsteinschätzung:

Maximale Punkte
Kenntnisse
Beschreibung
0 - 5
Fotografie
von keine Ahnung bis bin Fotograf und mache auch Diashows
0 - 5
Kinofan gehe viel ins Kino und schaue mir viele anspruchsvolle Filme an
0 - 2
Doku- und Reiseberichte
Schaue mir gerne und viel Dokumentationen und Reiseberichte im Fernsehen an
0 - 3
Filmerfahrung
von gar keine bis habe schon beim Fimen aktiv geholfen
0 - 5
Geschichten erzählen
Von keine Ahnung von Geschichten bis Schriftsteller

Folgerung für die ersten Gehversuche:

Punkte
Erste Gehversuche
00 - 06
Kameraeinstellungen, Bildaufbau, Bildausschnitt
07 - 13
Filmaufbau, Aufnahmelänge, Zooms und Schwenks
14 - 17
Drehentwurf, Filmschnitt, Vertonung
18 - 20
Du leidest an Selbstüberschätzung, bitte nochmal :-)

Die Auswertung des Ergebnisses erhebt natürlich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll nur eine allererste Hilfe sein, wo Du mit den ersten Gehversuchen anfangen könntest.

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Selbst 0 Punkte ist nichts schlimmes, im Gegenteil, da kannst Du sogar  ohne jegliche Vorkenntnisse anfangen, die Materie richtig zu erlernen. 20 Punkte bedeutet nicht, dass Du schon ein fortgeschrittener Filmer bist und das alles nicht brauchst, sondern, dass Du evtl. schneller zu einer höheren oder anderen Ebene bei den ersten Gehversuchen kommst.

Zum Kapitel 3 - Erste Gehversuche

Kurzfilm: Fallen Gelassen

Normalerweise ist es schon schwer genug, überhaupt eine Computeranimation zu erstellen. Langfilme aus den amerikanischen Großstudios beschäftigen dafür viele hunderte von Leuten. Um so bemerkenswerter ist dieser 32 Minuten lange Animationsfilm. Nicht nur die technische Umsetzung ist hier hervorragend, auch die Geschichte enthält so einiges an Sprengstoff zum Thema "unsere Gesellschaft". In welchem Alter beginnt die Schwelle zur Gewalttätigkeit und Rücksichtslosigkeit? Es ist nur eine Animation, diese transportiert aber nur allzu deutlich die Probleme unserer heutigen Gesellschaft. Dabei geht es viel weiter, als nur um die Kinder und deren Mutproben.

http://peppermill-berlin.de/fallen-gelassen

Filmen für Anfänger - 1. Vorbemerkungen

 

diagram-30Bisher ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, jeder hat mal klein angefangen und hatte mit vielen Schwierigkeiten bei seinen ersten Filmen zu kämpfen. Eine Filmkamera ist schnell gekauft oder ausgeliehen, aber einen fertigen eigenen Film von seinen Kindern oder von der letzten Reise oder eine fiktive Geschichte, die ich filmisch erzählen möchte oder oder, das kann man nicht fertig im Laden nebenan kaufen. Genauso wenig wie ein Buch mit seinen Memoiren oder einer erlebten Geschichte, oder ein eigenes Fotos von der Oma oder ein eigenes Siegerbild einer Fotoausstellung oder ein eigenes Gemälde oder eine eigene Skulptur oder oder oder. Genauso wie Buchautoren, Fotografen oder Maler sind Filmschaffende Künstler und auch ein Künstler muss sein Metier lernen, wenn er erfolgreich auf welcher Ebene auch immer werden will, sei es nur die Anerkennung der Familie über den gelungenen Geburtstagsfilm. Es geht nicht darum, der absolute Meister seines Faches zu werden, aber Grundprinzipien muss man immer beachten, damit etwas sehenswertes rauskommt. Schließlich soll es den Leuten, denen ich meinen Film zeige, auch gefallen. Es bringt nichts, wenn ich mir eine sündteuere Kamera kaufe und anschließend nur verwackelte Szenen rauskommen, die später keiner, auch nicht ich selber anschauen möchte. Ein guter Film kann durchaus auch mit einer Handykamera gedreht werden.

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Die Technik ist nicht entscheidend, selbst mit den einfachsten Filmkameras kann man heute gute und interessante Filme gestalten.

Notfalls kann ich mir ja auch zuerst eine Kamera im Fachhandel oder beim Kameraverleih ausleihen, um die ersten Gehversuche zu starten. Ich kann aber auch nach einem Filmclub (www.bdfa.de) in der Nähe suchen, dort Anschluss finden und vielleicht dann von anderen Mitgliedern oder vom Club selber eine Kamera auszuleihen. Oder ich frage nach, ob ich einfach bei einem Filmprojekt mal dabei sein kann, um die ersten Schritte zu lernen. Oder ich suche Gleichgesinnte über das Internet. Viele Volkshochschulen bieten auch Kurse an, wo man die Grundprinzipien des Films lernen kann.

Bevor ich also eine Kamera kaufe oder ausleihe, sollte ich mir auch die Frage stellen, was ich damit machen möchte. Meistens ist der Grund die Geburt seines eigenen Kindes, der Geburtstag der Oma, eine Hochzeit, eine große Reise oder, wie bei jungen Leuten oft der Fall ist, weil man sich einfach für das Filmen interessiert. Interesse wird oft beim Anschauen von Filmen im Kino oder zuhause geweckt, man möchte den großen Meistern nacheifern.

Ich muss mir also schon im Vorfeld die Fragen stellen: Warum soll ich eigentlich filmen? Wie soll ich filmen? Was soll ich filmen? Aber noch wichtiger wären Fragen wie: Wo lerne ich das? Wer kann mir die wichtigsten Handgriffe erklären, bevor ich zum ersten Mal auf den Auslöser drücke? Sonst ist die nächste Frage: Warum kommt aus der Kamera kein fertiger Film, sondern nur verwackelte Einzelszenen mit Totalen, wo man keinen erkennen kann? Viele Lete legen die Kamera wieder schnell beiseite, wenn sie feststellen, dass der Verkäufer im Geschäft zwar die vielen Pixel, den Riesenzoom und andere tolle Technik angepriesen hat, aber nicht gesagt hat, dass aus einer Kamera nicht automatisch ein hollywoodreifer Film rauskommt.

Andere, vor allem junge Leute kaufen oder leihen sich eine Kamera, weil sie den nächsten Spielberg drehen wollen. Man hat zwar viel Spaß beim Drehen, aber ein Film kommt oft nicht raus. Ohne Hilfe misslingen eben oft die ersten Versuche und die Kamera wird wieder beiseite gelegt. Junge Leute leihen sich auch oft die Kamera vom Vater oder in der Schule aus. In einigen Schulen gibt es auch im Rahmen des Kunstunterrichts die Möglichkeit in einer Filmgruppe mitzuwirken, meistens geht das aber nur mit engagierten Lehrern, die schon Erfahrung haben und die Schüler dafür auch echt interessieren können. Aus diesen Konstellationen entstehen auch oft gute Filme und die Schüler machen dann vielleicht das Filmhandwerk zu ihrem Beruf.

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Für die ersten Gehversuche sollte ich mir Hilfe holen, in einem Film- oder Video-Club, in der Schule oder in einer Volkshochschule.

Bisher habe ich ja immer nur vom Filmen geredet. Warum ist aber ein Abspann eines abendfüllenden Films so lang? Weil viele Leute mit vielen verschiedenen Berufen mitgewirkt haben: Da ist neben dem Regisseur der Kameramann, der Beleuchter, der Cutter, der Musiker, der Sounddesigner, der Drehbuchautor usw. usf. Für meine ersten Gehversuche werde ich aber kaum eine solch große Mannschaft zusammen bekommen. Wir reden hier auch mehr vom Hobbyfilm und nicht vom professionellen Film. Dort wirken ja schließlich viele Personen mit, die eben die verschiedenen Funktionen beim Film zu ihrem Beruf gemacht haben. Wer sich für einen solchen Beruf interessiert, der wird sich nach den ersten Gehversuchen dem ganzen Thema anders zuwenden und Kontakt zu Personen suchen, die den Beruf ausüben und später versuchen auf eine Filmhochschule zu gehen. Trotzdem sind die ersten Gehversuche meistens bei Allen gleich. Auch ein Spielberg hat mit einfachen und kurzen Filmen angefangen.

Da wir hier aber von den ersten Gehversuchen und von dem Hobby "Filmen" reden, ist das noch ungleich schwieriger. Ich muss mir ja über das alles selbst Gedanken machen. Dafür kann ich mir eben auch die erste Hilfe bei einem Filmclub holen. Ein Film besteht nicht nur daraus, dass ich die Kamera in die Hand nehme und filme. Das ist nur Schritt 1, dabei entstehen nur die Filmszenen. Zu Hause angekommen werde ich die Aufnahmen ansehen und mir überlegen, welche Aufnahmen ich weglasse oder ob ich die Reihenfolge der Aufnahmen ändere. Wenn das erledigt ist, muss ich mir überlegen, ob ich zu dem Film etwas sagen will, also einen Kommentar schreibe und spreche und ob ich einige störende Geräusche aus dem Film schneide, weil über mir gerade ein Flugzeug startete, dass nicht im Bild zu sehen ist. Ausserdem sollte ich mir überlegen, ob ich manche Stellen im Film durch Musik ergänze, damit ich dadurch meine gedrehten Bilder dramaturgisch unterstütze. Habe ich das alles erledigt, kann ich erst dann von einem Film sprechen. Natürlich sollte der Film auch eine Aussage haben oder eine Geschichte erzählen, aber das sollte ich mir schon im Vorfeld überlegt haben, damit ich auch die richtigen Aufnahmen mache. Möchte ich gleich einen Spielfilm drehen, also eine fiktive Geschichte mit Schauspielern (die meistens bei den ersten Gehversuchen durch Bekannte oder Freunde besetzt werden), dann muss ich mir ungleich mehr im Vorfeld überlegen, vielleicht sogar sinnvoller Weise schon ein Drehbuch schreiben. Wenn schon Spielfilm, dann sollte es für den Anfang aber eine einfache Geschichte sein, denn sonst wird es ungleich schwieriger und ein Scheitern ist schon viel eher vorprogrammiert. Viel besser ist für die ersten Gehversuche eine Geschichte, die ich ohne Schauspieler erzählen kann.

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Ein Film besteht nicht aus hintereinander gedrehten Einzelszenen, sondern ist ein Gesamtwerk aus vielen einzelnen Arbeitschritten, der wie ein Buch eine Geschichte erzählt.

Klingt alles zu schwierig? Ist es aber gar nicht. Autofahren besteht schließlich auch nicht aus dem Schauen auf die Straße, sondern aus vielen einzelnen Schritten, die ineinander greifen. Du hast aber trotzdem den Führerschein bestanden und fährst schon viele Jahre unfallfrei Auto? Also hast Du die Regeln des Autofahrens beachtet (und hast auch ein bischen Glück gehabt ;-). Wenn man die Filmregeln beachtet und erlernt, so ist Filmen auch nicht schwer und ist ein wunderbares und kreatives Hobby. Als Hobbyfilmer habe ich ja alle Freiheiten, die ein professionelles Team nicht hat, denn das arbeitet ja nach Auftrag. Deshalb sind viele Filme von Hobbyfilmern und unabhängigen No-Budget Filmern oft besser, als schiefgegangene Großprojekte der Filmindustrie oder Fernsehsendungen, die nur abgearbeitet wurden. Der Hobbyfilmer steckt meistens sein ganzes Herzblut in seinen Film.

Genug der Vorgeschichte, wir wollen uns den ersten Gehversuchen zuwenden und wie die aussehen könnten, werde ich im zweiten Teil erzählen.

Zum Kapitel 2 - Selbsteinschätzung

Welche Videokamera soll ich kaufen?

Im vorliegenden Blogbeitrag geht es um die Auswahl einer Kamera ( Videokamera ). Das hier ist kein Testcenter, ich will nur einige Tipps und Anregungen zur Auswahl einer geeigneten Videokamera, eines sogenannten Camcorders, geben. Wenn Sie als Leser eine neue überarbeitete Version dieses Artikels lesen möchten, dann gehen Sie zum Ende des Artikels, dort können Sie Ihre e-Mail Adresse angeben und ich schicke Ihnen das e-Book kostenlos zu.

Vorbemerkung: Die Videokamera ist nicht für einen guten Film entscheidend, aber ohne Kamera werden nur wenige Filme gemacht, also ist einer der ersten Schritte zum Filmen eine Videokamera bzw. Neudeutsch "Camcorder".

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Als ich zum ersten Mal mit Filmen in Berührung kam, gab es keine Camcorder, sondern Normal-8, Super-8 oder 16mm Kamera für den chemischen Film. Meine erste Kamera war zwar schon eine Videokamera, aber noch ohne Aufnahmegerät. Der Recorder war zwar tragbar, hat aber eher wie ein Tonbandgerät ausgeschaut und musste über die Schulter getragen werden.

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Heute ist das ungleich einfacher, alles ist oft nur in wenigen Gramm verbaut. Da die Kamera aber beim Drehen mein Arbeitsmittel ist, sollte sie von mir beherrschbar sein, muss also für mich einfach bedienbar sein. Da ich möglicherweise oft aus der Hand filmen will, sollte die Kamera mir persönlich auch entsprechend gut in der Hand liegen. Das kann ich leider in keinem Internetgeschäft ausprobieren, also sollte ich den Weg zum Händler nicht scheuen. Der Fachhändler wird mich im Idealfall natürlich besser beraten und auf ihre Wünsche eingehen können, als der "Geiz ist geil" Shop um die Ecke, wobei es auch hier natürlich Ausnahmen gibt. Wenn es nur darum geht, die Kamera mal in der Hand zu halten, mag das noch gehen, aber ein Fachhändler wird möglicherweise eher mit sich reden lassen, wenn ich die Kamera z.B. für ein Wochenende ausprobieren möchte. Auch hier kann ein Filmclub (zu finden unter BDFA) sehr behilflich sein, oft findet man in den Clubs Mitglieder, die schon eine Kamera haben, die ich im Visier habe und ich sie an einem Clubabend mal ausprobieren kann. Natürlich kann ich auch durch die verschiedenen Foren im Internet stöbern. An vielen Stellen bekommt man auch viele gute Ratschläge und neuerdings findet man immer mehr Beispielaufnahmen, die gewisse Eigenschaften einer Kamera bildlich darstellen. Eine gute Anlaufstelle ist immer die Seite www.slashcam.de. Von dort aus findet man viele Links zu Foren und Blogs, wo teilweise sehr ausführlich und auch sehr technisch über einzelne Kameramodelle diskutiert wird. Nur eins kann kein Ratschlag und kein Forum ersetzen: Die Kamera mal selber in die Hand nehmen und ausprobieren.

Tipp 1 Probieren geht über studieren. Bevor ich eine Kamera kaufe, sollte ich sie ausprobiert haben, ob sie mir persönlich gut in der Hand liegt und ob ich damit zurechtkomme.

Technische Werte für digitalen Zoom und Fotoauflösung spielen im Normalfall keine Rolle, denn beim digitalen Zoom wird die Qualität geopfert (das kann ich auch in der Nachbearbeitung machen) und den Fotomodus kann ich höchstens nutzen, wenn ich auf Reisen die Kamera auch als Fotokamera benutzen möchte. Optischer Zoom, Weitwinkel, manuelle Einstellungen für Weissabgleich, Fokussierung und Aussteuerung des Tons spielen zwar schon eine Rolle, sind aber nicht die alles entscheidenden Faktoren. Die Bildqualität muss stimmen. Da kann schon die Größe des CMOS Chips eine Rolle spielen oder ob es eine 3 Chip Kamera ist. Diese Faktoren tragen meistens eine mitentscheidende Rolle bei der Qualität des Bildes. Auch eine digitale Bildstabilisierung arbeitet öfter schlechter als eine optische und geht immer auf Kosten der Auflösung. Ist die Chipauflösung zu klein, kann es die Qualität des Bildes also beeinflussen. Das alles Entscheidende ist aber, welche Qualität die Bilder visuell (also für mich erkennbar im Unterschied gegeneinander) in verchiedenen Lichtsituationen haben. Gerade bei wenig Licht gibt es gewaltige Qualitätsunterschiede im LowLight Modus. Wird also geplant, viel bei schlechten Lichtverhältnissen zu drehen (z.B. in der Kirche), dann sollte man das vorher auch ausprobieren, ob man mit dem erzielten Ergebnis zufrieden ist.

Tipp 2 Entscheidend sind nicht die vielen Einzelfunktionen, sondern die Qualität des Bildes, das rauskommt, denn nur das sieht man nach der Fertigstellung eines Films

Wenn Sie Kameras im Ausland kaufen wollen, dann achten Sie darauf, dass sie dem PAL Standard mit 25p oder 50i entsprechenden, da sonst umgerechnet werden muss. Der amerikanische NTSC Standard mit 30p oder 60i kann zwar meistens abgespielt werden, wird aber durch die Kompensation von 60 auf 50 Hertz immer Probleme bereiten und eine Umrechnung kann zeitaufwendig und qualitätsmindernd sein. Das gilt übrigens auch für hochauflösende Kameras im HDV oder Full-HD Modus, auch hier muss umgerechnet werden, da die Qualität der Wiedergabe am Fernseher sonst darunter leidern kann, ältere Fernseher können kein NTSC wiedergeben. Einzig wenn ein Film nur am PC wiedergegeben werden soll, spielt das keine Rolle.

Tipp 3 Auf jeden Fall eine Kamera im PAL Standard kaufen, wenn der Film nicht nur auf einem PC gezeigt werden soll.

Bei vielen Kameras werde heute Buchsen eingespart, z.B. für Mikrofon und Kopfhörer. Möchte man in Zukunft viele Interviews drehen, dann ist aber ein externes Mikrofon unbedingt notwendig, eine solche Buchse sollte dann nicht fehlen und der Kopfhörerausgang dient dann der Überprüfung der Qualität der Interviews.

Tipp 4
Ein Mikrofoneingang sollte vorhanden sein, falls man plant, Interviews zu filmen.

Bei vielen Kameras werden heute Automatiken mitgeliefert, die man nicht abschalten kann. Falls der automatische Weissabgleich in der Kamera sich mal irrt, dann möchte man das vielleicht manuell berichtigen, geht aber bei vielen Kameras heute nicht. Auch der Autofokus setzt in bestimmten Situationen aus, sollte also sinnvollerweise auch abschaltbar sein. Abschaltbare Belichtungsuaotmatik oder Verschlussgeschwindigkeit braucht man nur für spezielle Situtationen, aber ein Gegenlichtausgleich sollte schon richtig funktionieren. Eine Zoomautomatik ist nur dann annehmbar, wenn sie viele Geschwindigkeiten anbietet und der Hebel auch präzise reagiert. Ansonsten wird man sich immer wieder ärgern, wenn Zooms plötzlich anhalten, ohne dass man den Knopf richtig losgelassen hat.

Tipp 5
Manuelle Funktionen für Weissabgleich, Schärfe, Belichtung und Zoom können hilfreich sein, müssen aber nicht unbedingt für die ersten Gehversuche notwendig sein.

Ich sollte auch überlegen, ob eine Kamera Aufnahmen im 4:3 Modus, 16:9 Modus oder beides macht. Habe ich einen alten Fernseher zuhause und möchte meine Werke nur dort projizieren, dann genügt 4:3. Habe ich aber einen LCD Fernseher zuhause stehen, dann wird 4:3 alleine ziemlich ungeeignet sein, ausser ich möchte dauernd Eierköpfe sehen, wie im Fernsehen, wenn 4:3 Sendungen ausgestrahlt werden. Der Trend geht aber eindeutig zu 16:9, wenn ich mir also heute eine Kamera kaufen würde, sollte der 16:9 Modus voll unterstützt werden. Voll heisst, dass die Kamera in voller Auflösung in 16:9 aufnimmt und nicht einfach das Bild oben und unten von der Auflösung beschneidet. Sog. Full-HD, HDV, AVCHD und HDTV Kameras kennen meistens nur diesen Modus. Der Tipp ist also nur für SD Kameras anwendbar.

Tipp 6
Tipp 6: Eine SD Kamera sollte möglichst den 16:9 Modus in voller PAL Auflösung unterstützen.

Schaut man auf den aktuellen Kameramarkt, so werden einfache und kleine Kameras im Hochkant Format angeboten. Solche Kameras lassen sich oft schwieriger ruhig halten und sind oft mit nur 100 Gramm einfach zu leicht und zu klein für große Finger, dafür passen sie oft schon in die Hemdtasche.

Tipp 7
Hochkant Kamera liegen meistens schlechter in der Hand, als Standard Format Kameras.
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Den aktuellen Stand des Kameramarktes kann ich im folgenden in verschiedene Kategorien einteilen:

  • Handykameras
    • in einem Handy eingebaute Filmfuktion
    • Aufnahmen meistens nur in einer sehr niedrigen Auflösung
    • keinerlei Zoom oder andere Funktionen vorhanden
    • Kein Sucher vorhanden, nur Display
    • höchstens zum "Funfilmen" geeignet
  • Minikameras
    • Filmaufnahmen oft schon in einer höheren Auflösung als das PAL Fernsehen (meistens 720p)
    • Die Qualität der Aufnahmen ist nicht mit "richtigen" Videokameras vergleichbar
    • Kein Sucher vorhanden, nur Display
    • nur Automatik Funktionen, oft fehlt ein optischer Zoom
    • auch nur zum "Funfilmen" geeignet
    • Preise bis 200 Euro
  • Spiegelreflexkameras mit HD Filmmodus
    • Filmaufnahmen oft in Auflösung 720p, also 1280x720 bei 25 Vollbildern oder auch 1080i/p mit bis zu 28 MBit.
    • Aufnahme auf Flash Karten der SLR (Memory Stick, SDHC usw.)
    • Die Qualität der Aufnahmen ist oft sehr gut und entspricht dem HD Format
    • Es stehen alle Wechselobjektve der SLR auch für den Filmmodus zur Verfügung
    • Die Kameras lassen sich oft schlecht als Filmkamera halten, da sie als Fotokamera konzipiert sind
    • Viele der Kameras kann man sinnvoll nur mit Stativ einsetzen
    • Preise ab 600 Euro
  • SD Kameras mit Aufnahme auf Flash, Festplatte, DVD oder miniDV Band
    • Auflösung ist immer SD also der PAL Fernsehstandard (720x576)
    • Für die ersten Gehversuche vollkommen ausreichend
    • Qualität unterschiedlich, die besseren Modelle erreichen Qualität, die sogar für Großprojektion oder LCD Fernseher geeignet ist
    • Vorteile der Aufnahme auf Flash Karten: keine beweglichen Teile in der Kamera, damit keine Nebengeräusche
    • Vorteile der Aufnahme auf miniDV Band: qualitativ am höchsten, da am wenigsten Komprimierung
    • Modelle ohne Sucher sind günstiger, allerdings sind werden sie benötigt, wenn das Display bei direkter Sonneneinstrahlung nicht zu gebrauchen ist
    • Preise zwischen 200 und 400 Euro, bei professionellen Modellen bis 5000 Euro
  • HD Kameras mit Aufnahme auf internen Flashspeicher, SDHC Karten oder Festplatte
    • Auflösung PAL (720x576) oder 720p (1280x720) oder HDV (1440x1024) oder Full-HD (1920x1024)
    • Bildwiederholrate: 25p oder 50i, teilweise auch 24p und 50p
    • Komprimierung der Szenen entweder MPG, HDV oder AVCHD
    • AVCHD hat den Nachteil, dass sehr schnelle Rechner (QuadCore) für die flüssige Bearbeitung benötigt werden, da hochkomprimiert
    • HDV hat den Nachteil, dass ausschließlich auf miniDV Band aufgenommen wird und das man über FireWire auf den PC in Realtime überspielen muss.
    • HDV für das Archivieren der fertigen Filme gut geeignet und zum Abspielen kann man immer die Kamera nehmen
    • Zum Abspielen aller HD Formate sind neue Geräte notwendig (Blue-Ray, Media Player) oder man muss von Kamera abspielen
    • Weitergabe der Filme erfolgt meistens eh auf DVD als kleinster gemeinsamer Nenner, da muss man alles wieder auf SD runterrechnen
    • Modelle ohne Sucher sind günstiger, allerdings sind werden sie benötigt, wenn das Display bei direkter Sonneneinstrahlung nicht zu gebrauchen ist
    • Preise 500 - 1500 Euro, bei professionellen Modellen auch >5000 Euro
Tipp 8
HD Kameras können viele weitere Kosten nach sich ziehen, vor dem Kauf sollte klar sein, wie die Filme später vorgeführt bzw. weitergegeben werden.

Die Entwicklung auf dem Markt der HD Kameras geht rasant weiter. Beim Kauf sollte man schon aufpassen, dass man nicht ein zu altes Modell kauft, da neuere Modelle durchaus auch wieder bessere Bildqualität haben können. Allerdings muss man sich auch überlegen, ob man immer die neuesten Funktionen benötigt, wie etwa eingebautes GPS oder eine 12MP Kamera. Es gibt unverständlicherweise viele Kameras auf dem Markt, die keinen Sucher haben, was aber schon sinnvoll ist, wenn man bei voller Sonne filmen muss und am Display nichts mehr erkennen kann. Auch haben die neueren Modelle häufiger Touchscreens, daran muss man sich auch gewöhnen, ist bei einer guten Menüführung durchaus von Vorteil, da die Kamera dann nicht so viele Knopfe benötigt. Inzwischen bieten einige Hersteller auch Kameras an, die ein Einstellring vorne haben, wo viele Funktionen abgedeckt sind, das kann Vorteile bieten, wenn das richtig umgesetzt ist, muss man allerdings ausprobieren.

Kleine Checkliste:

  • Qualität des ausgegeben Bildes am großen Fernseher oder Beamer beurteilen (auch Aufnahmen bei wenig Licht)
  • Fun-Kamera, SLR, SD oder HD-Kamera
  • Hochkant Format oder Standard Format
  • Einfache Bedienbarkeit der wichtigsten Funktionen
  • 4:3 und/oder 16:9 Modus mit voller Auflösung
  • Aufnahmemedium: Flash, Festplatte, DVD, miniDV
  • Sucher
  • Displaygröße und Qualität
  • Touchscreen
  • Mikrofoneingang, Kopfhörerausgang
  • Manuelle Funktionen für Weissabgleich, Blende, Schärfe und Zoom
  • Welche weiteren Funktionen können manuell beinflusst werden: Verschlusszeit, Zebra, Tonaussteuerung
  • Zusatzfunkionen wie GPS, WLAN, YouTube Funktion, Fotoauflösung
  • Zusatzkosten der HD Kamera: PC, Blue-Ray, Media-Player

Alle diese Punkte sollte man sich zumindest bei einer Kaufentscheidung vor Augen führen, damit man alles dabei hat, was man benötigt. Ich habe an dieser Stelle kein einziges Modell eines Herstellers erwähnt, denn alle Hersteller liefern heute schon in zumindest zwei Kategorien (SD und HD) brauchbare Modelle. Gehen Sie einfach auf eine Preissuchmaschine und stellen eine Liste der Kameras zusammen. Amazon kann auch hilfreich sein, denn dort erfährt man, seit wann die Modelle gelistet, also auf dem deutschen Markt sind. Dann klicken Sie in der Preissuchmaschine eine Funktionen an, die Sie haben möchten und sie bekommen damit schon eine erste Shortlist. Diese können Sie dann nochmals überprüfen und mit der Liste zum Händler gehen und die Modelle ausprobieren, die vorrätig sind. Wieder werden einige durch das Raster fallen, weil Sie Ihnen zu leicht, zu schwer oder unhandlich sind. Dann werden Sie sicherlich noch einige weiche Eigenschaften berücksichtigen müssen ("Die Marke kommt mir nicht Haus", da geht alles kaputt) und Sie werden sicher auch zuhören, welche guten Angebote Ihnen die Händler machen werden. Sollten sie einen Kamerakauf per Internet bevorzugen, dann würde ich stark darauf achten, wo der Händler sitzt und ob der Händler zuverlässig ist, also gute Bewertungen hat. Ein Kauf bei einem Händler in China oder Hongkong hat meistens Zollgebühren zu Folge und ausserdem werden da meistens amerikanische Modelle angeboten. Im Zweifelsfall das immer vorher klären.

Meine Erfahrung zeigt, dass immer zum Schluss zwei Modelle übrigbleiben, zwischen den man sich entscheiden muss und für die Entscheidungsvorgang benötigt man öft länger.

 


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Wie erstelle ich Untertitel für eigene Filme auf YouTube

Dieser Artikel liegt auch als Videoworkshop vor.

Ich habe kürzlich meine Filme ascenseur rapide und auch 2km2 Hauptstadt auf YouTube hochgeladen. Da beide Film sehr textlastig ist und ohne den Kommentar für jemand, der kein Deutsch spricht, nicht verständlich ist, habe ich mich entschlossen, englische Untertitel dafür zu erstellen. Das erwies sich aus mehrfacher Hinsicht als ein schwieriges Unterfangen. Beim Übersetzen hat mir natürlich LEO geholfen, da ich nicht alle diese speziellen Wörter im Englischen kannte, nach 2 Stunden stand der englische Text. Den Originaltext habe ich natürlich immer noch auf der Platte, da ich kein fertiges Projekt lösche. Ich schreibe meine Kommentartexte mit einem einfachen Texteditor (Notepad). Die kann ich dann gut vom Bildschirm ablesen, während ich mit Mikrofon und PC aufnehme.

Jetzt aber zurück zu den Untertiteln. Die größere Schwierigkeit war das richtige Platzieren der Texte. YouTube weist zwar auf eine online Applikation hin, mit der man die Untertitel erstellen und positionieren kann, das ist als Webanwendung aber nicht allzu benutzerfreundlich und die Texte lassen sich nur schwer an der richtigen Stelle positionieren. Also ging ich auf die Suche. Das Format für YouTube kann SRT sein, dass ich ein einfaches Format in der Form: ID, Beginn, Ende und Text des Untertitels:

Beispiel:

1
00:00:19,540 --> 00:00:23,235
Once upon a time in autumn of the year 1999,

2
00:00:23,636 --> 00:00:26,698
to specify more precise 49 days prior to the magic date,

 

Das schaute einfach aus, nur das manuell zu erstellen, das habe ich schnell aufgegeben, also musste ein Programm dafür her. Natürlich können das DVD Erstellungsprogramme sicher auch, aber ich wollte was einfaches und möglichst eine Freeware, die man schnell herunterladen kann. Zuerst habe ich undendlich viele Programme gefunden, die sich eigentlich nur auf Untertitel von Kinofilmen und deren Anpassung beziehen, aber nicht richtig auf die eigene Erstellung von Untertiteln.

Mein erster Versuch war Subtitle Magic, das habe ich aber schnell sein lassen, da damit zwar tausende Sachen gingen, nicht aber das einfache, saubere Positionieren von Untertiteln. Dann habe ich mit Subtitle Workshop doch das richtige Werkzeug gefunden. Wurde von einer  Firma "URUWorks" aus Uruguay entwickelt und ist Freeware. Einfach und effizient zu bedienen. Da durch meine Vorversuche die SRT Datei schon fertig war, konnte ich sie direkt einlesen und nur noch die Titel an die richtige Stelle positionieren. Das geht mit diesem Programm mit wenigen Klicks und Tastenkombinationen sehr einfach. Man bewegt sich per "up" und "down" Tasten zwischen den einzelnen Untertiteln und markiert mit der Maus dann jeweils Beginn und Ende. Das Video wird natürlich auch hineingeladen und man kann sich innerhalb des Videos einfach mit Start/Stop/Zurück bewegen.

Ist dieser Bearbeitungsschritt abgeschlossen, so speichert man die SRT Datei. Nun geht es an das Hochladen. Dazu wählt man auf YT die Schaltfläche "Video bearbeiten" auf der rechten Seite und dann den 4. Menüpunkt (Link) "Untertitel". Über "Durchsuchen" wählt man nun die SRT Datei, die man vorher erstellt hat und lädt diese hoch. Dazu wählt man vorher noch die Sprache (in dem Fall "Englisch") und kann der Untertitelspur auch noch einen Namen geben. Anschließend hat man bei seinem Video unten rechts in der Ecke ein nach oben gerichtetes Dreieck, wählt man das an, so kann man die Untertitel ein- und ausschalten. Darauf sollte man im Text zu seinem Video entsprechend hinweisen, da sonst kein Hinweis erfolgt, ob es Untertitel gibt. Man kann wahlweise auch direkt an den Anfang des Films einen Hinweis auf die Untertitel platzieren, das geht einfach über die Funktion "Anmerkungen".

Hier nochmals die wichtigsten Punkte in Kürze:

  • Subtitle Workshop starten
  • Video im Programm öffnen
  • Untertitel schreiben und positionieren
  • Untertitel abspeichern
  • YouTube aufrufen und zum Film gehen
  • Video bearbeiten aufrufen
  • Link Untertitel anklicken
  • Auf Durchsuchen klicken und die zuvor erstellte SRT-Datei auswählen
  • Sprache und optional Name der Titelspur festlegen
  • Evtl. eine Anmerkung am Anfang des Films pletzieren, die auf die Untertitel hinweist.

Ich hoffe, diese Anleitung war hilfreich, wenn man seine eigenen Untertitel erstellen möchte.

Hier habe ich zu diesem Eintrag auch ein Workshop Video erstellt:

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