PRAXIS: HX200V

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Ist es eine Spiegelreflex oder nicht? Nein es ist keine, es ist eine Kompaktkamera, die aber wie eine DSLR Kamera aussieht und nur unwesentlich kleiner ist. Das Objektiv ist natürlich fest, nicht wie bei der NEX Serie etwa, so es inzwischen viele verschiedene Objektive gibt. Dafür hat das Objektiv ein Wahnsinnszoom, optisch 30-fach, das ist bisher nicht übertroffen. Die kleinere Schwester HX20V hat nur ein 20-fach Zoom. Diese HX200V Kamera hat auch ein Carl-Zeiss Objektiv, das heller ist, als bei der kleineren Kamera. Die Software beider Kameras sieht aber ähnlich aus, kaum Unterschiede, alle Funktionen sind da. Wie sieht es aber mit der Qualität aus? Das ist schließlich entscheidend für einen Kauf der Kamera.

Video

Fangen wir mal bei den Videofunktionen an, schließlich ist das hier auch eine Videoseite. Die Qualität der Videos in Full-HD bei 1080/50p mit 28MBit ist wirklich hervorragend, selbst bei schlechten Lichtverhältnissen entstehen qualitativ gute Aufnahmen. Auf jeden Fall steht die Qualität der kleineren Schwester in nichts nach, auch die Antiwackel- also Steadyshot-Einrichtung funktioniert einwandfrei, selbst bei der höchsten Zoomstufe entstehen keine großen Wackler. Meiner Meinung nach ist die Qualität selbst den aktuellen Camcordern überlegen. Allerdings kommt die Kamera an eine filmende DSLR wie die Sony A65 natürlich nicht ran, was die Auflösung angeht, wenn man das entsprechende Objektiv drauf hat. Aber da ist schließlich auch ein kleiner Geldunterschied auch noch dazwischen.

Foto

Auch hier muss man die Ergebnisse als grundsätzlich gut bezeichnen, in etwa entsprechen die Ergebnisse auch hier wieder der HX20V. Die JPG Maschine zermanscht die Bilder nicht, sie schauen auch in 1:1 Ansicht noch einigermaßen gut aus, für Pixelzähler ist das natürlich trotzdem nichts, da liefern aktuelle Spiegelreflex mit dem entsprechenden Objektiv zum doppelten oder dreifachen Preis natürlich andere Qualität. Bei dunkleren Motiven nimmt die Qualität dann aber doch ganz schön ab, denn das Objetiv ist natürlich nur richtig hell im Weitwinkel. Ab einem bestimmten Zoombereich gelingen bei wenig Licht keine guten Aufnahmen mehr. Bei unbeweglichen Objekten geht das noch sehr gut, da die Kamera mehrere Bilder schießt, das gelingt sogar ganz gut aus der Hand, selbst wenn es sehr dunkel ist. Bei sich bewegenden Objekten scheitert das natürlich kläglich. Hier werden die Objekte deutlich unscharf, wenn zu wenig Licht da ist. Der eingebaute Blitz hilft natürlich, aber nur auf kurze Distanzen bis 3m.

Fazit

Eigentlich eine brauchbare Kamera, die bei Video sehr gute und bei Foto gute Ergebnisse bringt, aber... Meiner Meinung nach kein Vorteil gegenüber der HX20V ausser dem Zoom. Die 20er ist wirklich eine Hosentaschenkamera, die 200er jedoch nicht. Ich würde also zu der 20er greifen (wenn wir nicht schon die 9er hätten, die auch einwandfrei ist). Ein Manko will ich hier aber nicht verschweigen und das wäre auf jeden Fall ein Grund, sie nicht zu kaufen: Der Autofokus, der geht viel zu langsam, bis das Objekt scharfgestellt ist, vergeht eine Ewigkeit und da ist das Motiv oft schon weg. Auch bei Videoaufnahmen geht das mit dem Autofokus quälend langsam. Ein weiterer Nachteil, der aber damit stark zusammenhängt, ist der Sucher. Zwar ein Vorteil gegenüber der 20er, die keinen Sucher hat, dann aber doch nicht, weil man die Schärfe auf dem kleinen elektronischen Bild einfach nicht sieht (trotz Dioptrienausgleich) und damit immer an der Schärfe zweifelt. Für manuelles Einstellen komplett ungeeignet. Ich bleibe also weiterhin bei meiner Spiegelreflex bzw. SLT.

Diese Kamera gibt es hier zu kaufen: Sony DSC-HX200V Digitalkamera (18 Megapixel, 30-fach opt. Zoom, 7,6 cm (3 Zoll) Display, Full HD, GPS, Schwenkpanorama)